Ägypten 06.08. – 13.08.2005:

 

Vorab: Lange war ich am überlegen, ob es sich lohnen würde, für die 7 Tage Ägypten meinen Paramotor mitzunehmen. Schon Wochen vor dem Abflug habe ich die Windkarten der Region studiert, welche sowohl Morgens, Mittags als auch Abends Wind zwischen 40 und 50 km/h sowie Böen über 60 km/h prognostizierten. Auch Gespräche mit Tauchlehrern, welche schon über Monate in Hurghada gearbeitet hatten, sagten mir, daß zum einen immer Wind anzutreffen und in Hurghada selbst ein Marinehafen mit sehr viel Militär und Sperrzonen wäre. Dann noch der Anschlag in Sharm el Sheik kaum 4 Wochen vor Abflug und damit strengere Zollkontrollen, Charterflug mit Aero-Flight ab Frankfurt, welche mir auf Rücksprache mitteilten, keine Motoren zu transportieren, nur vage Angaben über Lage und Strandbeschaffenheit unseres Hotels sowie sämtlich Warnungen nur kein Auto zu mieten. All diese Gründe haben mich letztendlich bewogen, dieses Mal ohne meinen Paramotor zu reisen – ein Fehler, wie sich später herausstellen sollte.

 

Die Abfertigung in Frankfurt durch den Bundesgrenzschutz gestaltet sich wie bei einem Flug mit einer Linienfluggesellschaft. Der Motor wird beim Durchleuchten des Gepäcks als solcher erkannt und vom dortigen Personal entweder nach kurzer Diskussion als Gepäckstück freigegeben oder per Handkontrolle inspiziert. Dem Personal am Schalter ist es dann letztendlich egal, was man eincheckt. Und da die meisten Passagiere Tauchgepäck dabei haben, sollte es außer dem Aufpreis fürs Übergepäck keine Probleme mehr geben. Schon zu diesem Zeitpunkt habe ich mich geärgert, meinen Motor zu Hause gelassen zu haben.

 

Am Nachmittag gegen 16.30 Uhr beim Aussteigen auf dem Rollfeld in Hurghada stelle ich fest, daß sich der Wind soweit gelegt hat, um einen schönen Abendflug durchzuführen. Gebucht hatten wir das Arabia Beach Resort in Hurghada. Direkt neben dessen nördlichem Haupttrakt (Zimmer Nr. A 101 – 118) befindet sich hinter einer Mauer ein unbebautes Strandgrundstück – mehr eine Müllkippe, von welcher ein Start möglich wäre. Ein Start in der großräumig angelegten Anlage selbst ist nicht möglich, da der gesamte Strandbereich entweder von Palmen gesäumt oder von fest installierten Sonnenschirmen gespickt ist. In der Nähe befindet sich dann Alt-Hurghada im Norden sowie der Hafen im Süden.

 

Außerhalb des Hotels fahren auf den Straßen sogenannte Sammeltaxis. Hier gibt es zwei Sorten. Die eine Sorte wird vorwiegend von Einheimischen genutzt (die sind meistens voll), während die anderen (meistens Fahrer mit beredtem Familienmitglied) ausschließlich Sonderfahrten für Touristen zu überhöhten Preisen anbieten. An der Rezeption vom Hotel habe ich mich nach den Tarifen erkundigt und bin mit den einheimischen Sammeltaxis gefahren, welche feste Ziele ansteuern von wo man dann ins nächste Sammeltaxi umsteigen kann. So erhielt ich einen ersten Eindruck über die Fahrweise, den Zustand der Straßen in Hurghada mit vielen Schlaglöchern,  anderen mehr oder weniger großen Stolperfallen, nur für Ortkundige erkennbaren Einbahnstraßen etc. Nachts zu fahren ist sehr gefährlich, da die Ägypter ohne Licht fahren und nur bei einem entgegenkommenden Fahrzeug, Fußgänger etc. kurz das Licht einschalten und danach wieder ausschalten. Tankstellen gibt es ausreichend und der Spritpreis mit 11 Cent pro Liter ist traumhaft für den Geldbeutel. Da ich vorhatte, die Gegend nach geeigneten Hotels für Paramotorfliegen sowie das Umland von Hurghada im weiten Umkreis zu erkunden, habe ich mir bei einem ägyptischen Autovermieter ein Auto für 4 Tage zum Preis von EUR 31,50 pro Tag incl. 600 Freikilometer gemietet.

 

Generell läßt sich sagen, daß Hotels mit angeschlossener Kite-Surfschule über geeignete Strände verfügen. Hier z. B. das Jasmin Village Resort (laut Karte Nr. 12). Dieses Hotel liegt gerade weit genug vom Internationalen Flughafen entfernt, um dann mit Motorschirm als "sogenannter Kiter" durchzugehen und in Palmwipfelhöhe am Strand entlangzufliegen. Im nördlichen Bereich liegt ein großes unbebautes Strandgrundstück, ideal für ungestörte Starts geeignet. Auch das Coral Beach sowie das Melia Pharao eignen sich. Alle Hotels werden ringsum bewacht. Sämtliche unbebauten Grundstücke sind von der Straße her eingezäunt, von See her aber offen. Selbst Grundstücke am Meer, welche einige Kilometer von Hurghada entfernt liegen – also unbebaute Wüstengrundstücke - sind eingezäunt.

 Jasmin Village.jpg (33695 Byte) Kiter Strand Jasmin Village.jpg (19983 Byte) Strand neben Jasmin Village.jpg (26754 Byte) Arabia Beach Hotel.jpg (56425 Byte) Arabia Beach Hotel 1.jpg (53671 Byte) Arabia Beach Hotel 2.jpg (61844 Byte) Arabella Iberohotel.jpg (45795 Byte) Hausriff Arabia Beach.jpg (25723 Byte) Grand Beach Hotel .jpg (30181 Byte) Grand Beach Hotel 1.jpg (38274 Byte)

Dichter Verkehr findet nur in Hurghada statt. Am Flughafen vorbei führt eine Autobahn Richtung Süden nach Safaga und Richtung Norden nach Kairo. Hat man dort die Militärkontrolle am Ortsausgang von Hurghada passiert, geht’s dann durch die ebene steinige Wüste, teilweise immer in Sichtweite des Roten Meeres. Schon nach wenigen Kilometern ist kaum noch Verkehr und man könnte jederzeit anhalten um auf dem ebenen Gelände zu starten und an die etwa 6 Kilometer entfernte Küste zu fliegen. Richtung Süden nach Safaga und etwa 20 Kilometer von Hurghada entfernt kommen dann mit Makadi Bay und Soma Bay noch weitere kleinere Touristenresorts, wo ein Start vom Strand ebenfalls möglich wäre. In Safaga, welches etwa 60 Kilometer von Hurghada entfernt ist, habe ich mir den schönen Strand vom Shams Safaga Resort angesehen, wo neben einer Kite-Schule auch eine Surfschule mit Tauchbasis ist. Auch hier wäre ein Start problemlos möglich. In Safaga ist man dann auch vom Militär soweit entfernt, daß keine Schwierigkeiten zu erwarten wären. Flüge entlang der Küste oder Richtung Landesinnern zum etwa 12 Kilometer entfernten Gebirge wären sicher traumhaft.

Einsamer Strand Sharm el Naga.jpg (33172 Byte) Kiter Shams Safaga Hotel.jpg (18058 Byte) Blick Richtung Soma Bay.jpg (35707 Byte) Kuestenlinie.jpg (29470 Byte) Safaga Strand.jpg (27354 Byte) Safaga Strand 1.jpg (29793 Byte) Strand Coral Beach.jpg (28979 Byte) Strand Shams Safaga Hotel.jpg (23007 Byte) Strand Shams Safaga Hotel 1.jpg (20667 Byte) Strand Shams Safaga Hotel 2.jpg (14206 Byte)

Als eine Art Geheimtipp empfehle ich die Naga Bay. Auf der Autobahn zwischen Safaga und Soma Bay weist ein unscheinbarer Wegweiser darauf hin. Eine etwa 8 Kilometer lange unbefestigte Piste führt zum Strand mit einem unberührten Riff. Entlang dieser Piste und auch am Strand mit seinen Dünen ist man herrlich alleine. Leider in großer Hitze ohne Schatten.

Piste nach Sharm el Naga.jpg (22901 Byte) Strand Sharm el Naga.jpg (36037 Byte) Skyline Safaga.jpg (19146 Byte) Vorbereitung Quad Safari.jpg (62667 Byte) Quad Safari 1.jpg (14371 Byte) Quad Safari 2.jpg (20178 Byte) Quad Safari 3.jpg (43701 Byte) Quad Safari.jpg (35665 Byte) Wueste.jpg (33274 Byte) Wuestenbrunnen.jpg (31508 Byte) Wuestenpanorama.jpg (15455 Byte)

Die Hotels in Hurghada ab dem Jasmin Village (Nr. 13 – Nr. 55) Richtung Norden eignen sich nicht, da sie entweder zu nah am Flughafen, zu nah an der Stadt oder der Strand mit Sonnenschirmen gespickt ist.

 

An den 7 Tagen welche ich in Hurghada verbrachte, wären 6 Tage fliegbar gewesen. An 2 Tagen hat der Wind  gegen 4 Uhr morgens sehr stark zugelegt, hat bis 14 Uhr mittags dann mit etwa 60 km/h geblasen und ist dann gegen 17.00 Uhr völlig eingeschlafen. Windkarten von www.wetteronline.de sind sehr hilfreich. Prognostizierter Wind von 3 bis maximal 4 Beaufort ist fliegbar da laminar. Allerdings kann der Wind genauso schnell auffrischen wie er plötzlich abnehmen kann. Hier müssen dann unbedingt die Wellenkämme beobachtet und ein Flug eventuell vorzeitig abgebrochen werden. Das Funktelefonnetz ist flächendeckend und auch in der kleinsten Bucht ist ein Signal erhältlich. Dunkel war es im August etwa gegen 19.45 Uhr.

 

Die Zeit der schwächsten Winde ist vermutlich November bis Februar. Die windreichsten Monate sind April bis Mitte Juli sowie September und Oktober.

 

Bei der Ausreise wird das Gepäck wieder nur durchleuchtet. Das Personal ist Tauchgepäck sowie anderes Sportgepäck gewohnt und auch ein Motor wird kein Hindernis sein, da mit diesem ja auch eingereist wurde.

 

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E-Mail: wolfgang.racer@gmx.de