Malaysia

(August 2004)

 

Einführung: Malaysia mit Borneo ist ein fast ganzjähriges Reiseziel für Paramotor. Ist ein Flugplatz in der Nähe empfiehlt sich eine Kontaktaufnahme mit dem Flugplatzmanager. Die Leute sind unserem Sport sehr aufgeschlossen und sehr behilflich. Mitnahme eines Flugfunks sowie englische Sprachkenntnisse der flugtechnischen Begriffe sind von Vorteil.

Wetter: Ostküste Malaysia: März bis Ende September, in den restlichen Monaten ist Regenzeit und die Hotels auf den Inseln wie Redang Island oder Perhentian Islands haben wegen der sintflutartigen Regenfälle geschlossen.

Westküste Malaysia: Mai bis Dezember. Ab Mitte Dezember sehr heiß, wolkenloser Himmel und viel zu viel Wind zum Gleitschirmfliegen.

Borneo mit Sabah und Sarawak: Hier sind kurze Regenschauer fast täglich möglich. In den Monaten Dezember bis März kann es zudem sehr windig sein.

 

Redang Island (Ostküste)

(August 2004)

Redang ist von Kuala Lumpur direkt per Flugzeug (buchbar über die Berjaya Hotelkette) oder mit Inlandsflug von Kuala Lumpur nach Kuala Terengganu und weiter per Fähre erreichbar. Redang Island ist eine größere sehr felsige Insel mit weiteren kleineren vorgelagerten Inseln. Neben den beiden Berjaya-Hotels gibt es noch weitere Resort-Hotels. Buchbar entweder direkt ab Deutschland oder am Flugplatz in Kuala Terengganu. Wie schon erwähnt, unterhält die Berjaya-Hotelkette zwei Hotels (ein Wellnesshotel sowie ein Resort Hotel mit eigenem Sandstrand), welche sich in entgegengesetzter Richtung der Insel befinden sowie einen Flugplatz mit einem 1.800 m langen asphaltierten Rollfeld in der Mitte der Insel. Im August 2004 fanden täglich 2 Flüge am Nachmittag statt. Ein Shuttlebus verkehrt stündlich zwischen den beiden Hotels sowie bei Bedarf mit dem Flughafen und dem hoteleigenen Golfplatz.

Das Berjaya Beach Resort Hotel verfügt über einen schönen langen, leider aber zum Start bei wenig Wind zu schmalen Sandstrand. Aus Rücksicht auf die vielen Gäste, welchen diesen Strand schon frühmorgens bevölkern, schließt sich schon aus diesem Grunde ein Start aus.

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In der Mitte der Insel befindet sich ein kleiner Ort mit großer Moschee, einem kleinen Fußballfeld und einigen kleineren Reisfeldern. Leider aber auch mit vielen Leitungen, welche einen Start unmöglich machen. Nachdem ich am Ortsrand ein kleines, eventuell mögliches Startfeld mit einer Machete gerodet hatte, machte ich dort einige Aufziehversuche mit dem Schirm, um dann nach getaner Arbeit festzustellen, daß die Telefonleitung am Ende des Platzes nur bei optimalen Windverhältnissen einen sicheren Überflug gewährleisten würde.

Aus diesem Grunde bin ich mit dem Hotelbus zum Flugplatz gefahren und habe dort mit dem zuständigen Herrn sowie den dort beschäftigten Mitarbeitern Kontakt aufgenommen. Zusätzlich zu den täglichen Flügen war noch eine Chessna im Einsatz. Da aber die Flugzeiten der Linienmaschinen feststanden (14.00 Uhr Ankunft, 16.00 Uhr Abflug), erhielt ich die Erlaubnis, außerhalb dieser Zeiten zu fliegen. Man überließ mir am Flugplatz sogar einen Lagerraum, in welchem ich meine Flugausrüstung lagern konnte. Der Flugplatz hatte von 9.00 Uhr morgens bis 17.00 Uhr nachmittags geöffnet. Bei meinen Starts am Vormittag gegen 9.30 Uhr und am Abend gegen 16.30 Uhr, waren mir die Mitarbeiter beim Startaufbau sehr behilflich. Desweiteren wurde ich von ihnen mit Benzin versorgt, was auf einer kleinen Insel ein Problem darstellen kann.

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Die morgendlichen Flüge sind sehr ruhig. Man kann bei leichtem Wind Vorwärts starten und die Aussicht genießen. Redang ist sehr bergig, wobei die Berge eine Höhe von etwa 500 Meter erreichen und mit dichtem Dschungel bewachsen sind. Zum Umrunden der Insel müssen diese Berge überflogen werden. Dementsprechend sollte auch eine angemesse Flughöhe ausgewählt werden um z.B. bei einem Motorausfall genügend Gleitweg zu haben, um den Strand sicher erreichen zu können. Ich brauche wohl nicht extra erwähnen, daß bei einer Baum-/Wasserlandung so gut wie keine Hilfe zu erwarten ist. Bis diese Hilfe eintrifft, können etliche Stunden vergehen. Die Küste ist sehr felsig und verfügt nur über sehr wenige kleine Buchten mit Sandstrand. Größere Strände sind allesamt in Besitz von Hotels, wo aber auch gelandet werden kann. Ein Wiederstart von diesen Stränden kann unter Umständen aber sehr schwierig werden entweder der vielen Gäste wegen oder nicht ausreichender Startstrecke bei ungünstigen Windverhältnissen. Auch wegen dieser seltenen Außenlandemöglichkeiten bin ich nur mit Schwimmweste geflogen. Vormittags bin ich auf dem Flugplatz gelandet, während ich den Abendflug mit Landung am Hotelstrand abgeschlossen habe.

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Abends gegen 16.30 Uhr kann der Wind immer noch ziemlich stark sein. Ein Rückwärtsstart sollte hier unbedingt beherrscht werden, schon des harten Asphalts und der Verletzungsgefahr bei einem Fehlstart wegen.

Bei meinem 6-tägigen Aufenthalt im August 2004 hatte ich sehr viel Wetterglück. Meistens herrschte eine Schichtbewölkung, welche am frühen Nachmittag von der Sonne durchbrochen wurde. Ab und zu ging auch ein leichter Regenschauer nieder. Aufgrund dieser Schichtbewölkung war es am Vormittag meist nur leicht windig, während am Nachmittag der Wind lebhaft auffrischte und gegen Abend hin sich wieder legte. Dies erlaubte mir täglich 2-3 Flüge, wobei ich mehrmals die Insel umrundete.

Als ich eines Nachmittags mich im Abfertigungsgebäude aufhielt, um den Abflug der Berjaya-Maschine abzuwarten, erblickte einer der beiden Piloten meinen Fresh Breeze Motor. Er wußte gleich, daß man damit Paramotor fliegt, kannte es aber nur aus dem Fernsehen. Er erzählte mir, daß er diese Art des Fliegens ebenfalls gerne erlernen würde und fragte mich, ob ich ihm nicht jemand vermitteln könnte, welcher ihm diese hier in Malaysia beibringen kann. Ich gab ihm die Adresse meines Freundes Colonel Basir in Kuala Lumpur, welcher unter anderem auch Paramotor ausbildet. Da er einen Start mi kleinem Rundflug unbedingt sofort sehen wollte, forderte er mich auf, jetzt gleich zu starten. Er würde sogar eine bis zu einstündige Verspätung seiner Ankunft in Kuala Lumpur in Kauf nehmen. Aber da alle Passagiere schon zugestiegen waren, und sein Co-Pilot heftigst protestierte, haben wir auf diese Vorführung dann doch verzichtet.

Weitere sportliche Möglichkeiten als faul in der Sonne zu liegen sind Tauchen, Schnorcheln, Bootstouren zu vorgelagerten Inseln, Angeln, Dschungeltouren, Golf, Tennis, Wellness etc.

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E-Mail: wolfgang.racer@gmx.de