Malaysia + Sarawak
Motorschirm-Tour Mai 2004
(30. April 2004 bis 13. Mai 2004)
alljährlich veranstaltet der Malaysische Motorschirm-Verband eine Tour durch Fluggebiete in Malaysia, worauf auch im DULV-Magazin hingewiesen wird. Endlich hat es auch bei mir geklappt, an solch einer Tour teilzunehmen, lernt man doch Land und Leute auf eine nicht gerade alltägliche Art und Weise kennen, denn die Tour findet meistens in der "Provinz" statt, welche touristisch noch wenig erschlossen ist.
Die erste positive Überraschung erlebte ich beim Einchecken meines Gepäckes mit Malaysian-Airlines. Ich hatte Sportgepäck angemeldet und mußte für 52 kg als alleinreisende Person nur EUR 60,00 Aufpreis als Übergepäck bezahlen. Dabei blieb es - auch bei allen Inlandsflügen keine Extrakosten. Nach 11-stündigem Flug bis Kuala Lumpur, dann Weiterflug nach Alor Setar im Norden Malaysias.
Bei großer Hitze werde ich und zwei weitere japanische Piloten von Colonel Basir, dem Vorsitzendes der Malaysian Paramotor Association und Organisator der Tour, empfangen. Weiter geht es per Auto in die Provinzstadt Kangar an der Grenze zu Thailand. Während der Fahrt konnten wir eine der Straßen besichtigen, welcher wir in den nächsten Tagen entlangfliegen werden. Für uns ganz interessant, lernen wir doch die möglichen Außenlandemöglichkeiten kennen. Nach dem Einchecken im Hotel geht es zum Startgelände, einem stillgelegten Flugfeld. Ein Flug ist leider nicht mehr möglich, denn der Himmel zieht sich immer mehr zu und nach wenigen Minuten regnet es sintflutartig und dies fast die die ganze Nacht über. Basir meint, dies wäre zu dieser Jahreszeit meistens so und wir in jedem Fall morgen fliegen könnten. Beim gemeinsamen Abendessen wurde der Ablauf für die nächsten Tage besprochen und da ich die letzten Stunden nicht geschlafen hatte, war ich recht froh, mich anschließend ins Bett begeben zu können.
01.05.2004: Aufstehen um 7.30 Uhr. Der Blick zum Fenster offenbart eine Waschküche. Alles neblig, Sichtweite maximal 50 Meter. Nach dem Frühstück gehts um 8.30 Uhr los. Am Flugfeld angekommen, werden zuerst die Motoren zusammengebaut und auf einwandfreien Lauf getestet. Gegen 9.30 Uhr hat sich der Nebel schon sehr gelichtet Es sind Wolkenlücken da und die Basis liegt bei etwa 200 Metern. Zwischenzeitlich sind auch die einheimischen Piloten eingetroffen, welche ebenfalls an der Tour teilnehmen werden. Nachdem wir uns vorgestellt haben, kann es losgehen. Ich bin der einzige Pilot mit einem Fresh Breeze Motor. Alle anderen fliegen mit französischen Adventure-Motoren. Wir sind jetzt 10 Motorschirmpiloten. Aufgrund eines sich in der Nähe befindlichen Militärflugplatzes erhalten wir Flugfreigabe bis 1.000 Fuß. Heute ist Einfliegen rund um den Platz angesagt. Also Schirm ausgelegt, und auf ein leichtes Lüftchen von vorn gewartet. Abu Kabir, ein malaysischer Pilot, ist schon länger startbereit und ich lasse ihm den Vortritt. Sein Schirm – ein Adventure Speedou kommt super hoch, aber irgendwie verzögert sich der Startlauf. So fällt der Schirm wieder nach hinten. Jetzt ist Yokama, der eine Japaner an der Reihe. Auch sein Schirm – die Kopie eines europäischen Schirmes kommt ebenfalls sehr gut hoch und er rennt mit Vollgas seines Adventure übers Gras. Leider trägt der Schirm nicht richtig, sondern wabert in der Luft. Yokama ist nur Fliegen an der Küste mit viel Wind und Rückwärtsstart gewohnt. Vorwärts ist er noch nicht oft gestartet. Nach einem Lauf von etwa 50 Metern setzt er sich dann einfach ins Gurtzeug, was sein Käfig mit Bodenberührung quittiert und Teile des Propellers durch die Gegend fliegen. Glücklicherweise hat er einen Ersatzpropeller dabei. Keine guten Aussichten denke ich, da ich mich vorher als nächster Starter gemeldet habe. Ich warte auf ein wenig Wind und starte. Mein Schirm, ein Nova Phelix, kommt schön hoch, ich renne, merke aber, daß der Schirm nicht richtig trägt, sondern trotz Vollgas wie bei Yokama nur so "hinwabert". Also alle Reserven mobilisiert und so schnell wie möglich gerannt. Ein kleiner Wind von vorne bringt den Schirm dann endlich zum Tragen und ich bin in der Luft. In etwa 200 Metern Höhe habe ich die ersten Wolken erreicht und der Schirm fängt an sich leicht zu schütteln. Unter mir sattgrüne Reisfelder, kleine Bergketten, vereinzelte Häuser in Palmenhainen, Wasserbüffel, Reiher. In etwa 8 km Entfernung liegt ein See. Dahin fliege ich. Dort angekommen fliege ich am Ufer entlang. Dann zurück. Unter mir am Startplatz sehe ich vier Schirme kreisen. Voraus sehe ich die Stadt Kangar mit unserem großen Hotel, dem Stadion, der Moschee, im Hintergrund das Meer. Über dem Hotel wende ich und fliege wieder zurück. Langsam setzt sich die Thermik durch. Ich fliege nochmals zum See. Dort angekommen stelle ich fest, daß ich schon über 1 Stunde in der Luft bin und mein Sprit langsam zur Neige geht. Also zurück. Aber jetzt habe ich Gegenwind, denn der Seewind hat eingesetzt und auch die Thermik macht mir zu schaffen. Mit voll geöffneten Trimmern geht’s ganz langsam vorwärts. Ich schaue nach unten und denke mir, daß jetzt eine Außenlandung in diesen Reisfeldern wohl sehr nass werden würde und auch Basir seine reine Freude mit mir beim ersten Flug hätte. Aber mit viel Glück und dem letzten Tropfen Sprit komme ich am Startplatz an. Dann wird zusammengepackt. Das Mittagessen ruft. Die Restaurants erkennt man am Wellblechdach und daß sie nach allen vier Seiten offen sind. So etwa 4 Familien haben darin ihren Stand aufgebaut und jeder kocht etwas anderes am offenen Feuer. Man geht also von Stand zu Stand und sucht sich das Essen seiner Wahl zusammen, meist Reis mit Fisch oder Hähnchen in allen Variationen. Bezahlt wird dann am Schluß am Tisch. Da Malaysia ein Moslemstaat ist, erhält man nur schwer Alkohol – sprich Bier. Besonders in der Provinz haben noch nicht einmal große Hotels Bier im Angebot. Dafür jede Menge frisch gepreßte Säfte, oder frische Kokosnussmilch, welche optimal den Durst stillen. Um 16.00 Uhr sind wir dann wieder am Platz. Eine Gewitterwolke ist auch schon zu sehen. Die einheimischen Piloten verzichten auf einen Flug. Wir restlichen Piloten wollen ans Meer fliegen – eine Strecke von etwa 20 Kilometern. Bis auf das sich aufbauende Gewitter kein Problem. Basir erklärt die Besonderheiten mit diesen lokalen Gewittern, was heißt, daß sobald wir keinen Gegenwind (Seewind) mehr spüren sollten, sofort und egal wo landen sollen. Da ich mit GPS fliege, kann ich ablesen, wenn der Wind nachläßt. Ich bin als erster in der Luft und kreise. Die beiden Japaner haben einen Fehlstart und machen keine Anstalten wieder zu starten. Basir startet und wir fliegen zusammen in etwa 1.000 Fuß Richtung Meer. Die Thermik ist auch noch da und es geht rauf und runter. Ein herrlicher Flug. Vor mir grüne Bergketten, voraus das Meer mit kleinen Inseln und im Hintergrund die Insel Langkawi. Ein Genuß. Voraus jetzt Perlis, eine Hafenstadt ohne große Landemöglichkeit. Trotz der nur genehmigten 1.000 Fuß steige ich auf 1.500 Fuß. So spät wird schon kein Militärflieger mehr in der Nähe sein, zumal heute und die nächsten 3 Tage in Malaysia Feiertag ist. Nach etwa 90 Minuten sind wir am Meer. Basir landet auf einer asphaltierten Straße und ich lande wenig später daneben auf einem Parkplatz in der Nähe mehrerer kleiner Restaurants. Sogleich sind wir umringt von Kindern und Erwachsenen. Wir packen zusammen und warten in einem der Restaurants bei frisch gepreßtem Orangensaft auf das Eintreffen des Rückholfahrzeuges. Da ich zu faul bin, meinen Motor für den Transport zu zerlegen, wird der kurzerhand mit Seilen auf dem Autodach befestigt. Während der Rückfahrt sitze ich im zweiten Auto und beobachte, wie der Propeller anfängt sich zu drehen. Wenn jetzt der Motor anspringt, gibt’s Bruch. Schnell wird überholt, gestoppt und der Propeller festgebunden. So geht’s dann zurück ins Hotel. Ab etwa 21.00 Uhr regnet es wieder Bindfäden.
02.05.2004: Wir wollen einen Streckenflug über etwa 40 Kilometern nach Padang Besar machen. Es ist wieder fast windstill aber ab und zu regt sich ein Lüftchen. Ich habe Glück und bin als erster in der Luft. Unter mir beobachte ich gerade einen Fehlstart. Aber ich habe ja genügend Sprit und kann mir somit alles in Ruhe anschauen. Als wir wegfliegen sind wir nur zu dritt. Ich höre, wie Basir die anderen Piloten per Funk auffordert, uns nach erfolgtem Start nachzufliegen. Ich nütze die erlaubten 1.000 Fuß Höhe voll aus, während die anderen Piloten etwa höher als Baumwipfelhöhe fliegen. So kann ich beobachten, daß noch weitere 4 Flieger folgen. Jetzt sind wir also 7 Piloten. Durch meine Höhe und Gegenwind bin ich nicht der schnellste. Die anderen Piloten fliegen mit dem Speedou einem sehr schnellen Schirm, müssen aber durch ihre geringe Höhe und möglicher Außenlandungen einen Zickzackkurs fliegen. So kann ich durch meine Höhe den eingeschlagenen Kurs halten und falle auch nicht zurück. Nach etwa 1 Stunde sehe ich einen ersten Piloten und wenig später einen zweiten in einem Feld weit weg von der Straße landen. Basir hält Funkkontakt und umkreist die beiden. Dann geht’s weiter. Gelandet wird in Padang Besar in einem Fußballstadion. Unsere Fahrzeuge sind schon da, ein Windsack war ebenfalls gesetzt, Getränke griffbereit. Dem einen Außenlandepiloten ist während des Fluges der Auspuff abgebrochen und hat den Propeller zerstört, während der andere mit zu wenig Sprit gestartet ist. Mein Motor soll wieder auf dem Dach transportiert werden. Das muß nicht unbedingt sein. Ich entscheide mich für einen Rückflug. Mit mir starten noch zwei einheimische Piloten und obwohl ich als letzter gestartet bin und erst noch Höhe aufbauen muß, bin ich im Direktflug als erster zurück am Platz. Yokama und Katama die beiden Japaner, kommen mit diesen fast windstillen Verhältnissen am Morgen nicht zurecht, somit gehen wir als kleine Gruppe am Nachmittag Richtung Meer. Ein Universitätsgelände hat Rasenplätze so groß wie zwei Fußballfelder – leider durch den Feiertag geschlossen. Auch ein Hausmeister ist nicht zu erreichen. Wir fahren weiter bis ans Meer. Links das Meer, bei Flut leider ohne Strand, rechts nur sumpfige Reisfelder. Endlich finden wir neben einer vielbefahrenen Straße einen kleinen Flecken trockenes Land zum Starten. Der Wind steht tadellos an und Yokama soll als erster starten. Basir fliegt nicht. Wir vereinbaren, daß wir hier über dem Strand fliegen und wer möchte, kann dann die etwa 20 Kilometer zurück zum Flugfeld fliegen. Durch die Feiertage erhalten wir Freigabe für unbeschränkte Flughöhe. Zwischenzeitlich hat sich auf der Straße durch unsere Flugvorbereitungen ein Riesenstau gebildet. Fahrzeuge werden links und rechts geparkt und wir benötigen zwei Einweiser, welche eine Schneise über die Straße offen halten. Zum Start wird kurzzeitig die Straße gesperrt. Yokama startet als erster. Perfekter Rückwärtsstart. Sein Schirm trägt. Ich schaue zu, wie er Höhe gewinnt. Auf einmal regnet es Teile auf die Zuschauer. Sein Motor ist aus. Er landet panikartig mit Seitenwind ein und die Fliegerkollegen helfen seinen Schirm zu bändigen, der ihn über den Sand zieht. Was ist passiert: Der arme Kerl wollte sich ins Gurtzeug setzen. Dabei löste sich sein Beinstrecker, welchen er für eine bequeme Sitzposition benötigt. Dieser ist in den Propeller geraten. Dabei wurden dann der Propeller, einige Plastikteile sowie Teile am Auspuff zerstört. Gottseidank wurde niemand verletzt und Yokama lacht nach kurzer Zeit schon wieder. Ich signalisiere zum Sperren der Straße und starte. Tolle Sicht auf Langkawi. Im laminaren Wind fliege ich am Strand entlang und steige später auf 600 Meter. Im Landesinnern grüßt auch schon wieder die Gewitterwolke. Dann setze ich meinen Kurs und mit Rückenwind fliege ich um die 61 km/h. Über dem Flugfeld angkommen ist Windstille. Das kommt vielleicht vom sich gerade aufbauenden Gewitter. Ich lande nach einem schönen Flug.
03.05.2004: Streckenflug von von Kangar nach Changlun. Eine Distanz um die 40 Kilometer. Am Flugfeld macht Basir eine kleine Einweisung an seinem Laptop und mahnt nochmals an, auf keinen Fall die Grenze nach Thailand zu überfliegen. In der Nacht hat Basir telefoniert und Ersatzteile für Yokamas Motor besorgt und diesen auch gleich repariert. Trotzdem verzichten die beiden Japaner auf den Flug, da ihnen die Distanz zu weit erscheint. Das Gras ist noch naß und wie jeden Morgen ist es neblig. Da ich gleich als erster wieder raus möchte, lege ich meinen Schirm aus. Dann Tanken, Motortestlauf, und Motor, Gurtzeug, Helm etc. zum Schirm geschleppt. Dort angekommen, fordert mich James, der Fahrer unseres Begleitfahrzeuges auf, meinen Schirm am linken Ende hochzuheben. Ich finde darunter eine grüne Kobra, armdick und etwa 1 Meter lang. Sie baut sich kurz auf und verschwindet dann im hohen Gras. Leider so schnell, daß ich keine Möglichkeit habe, ein Foto zu machen. James sagt mir, daß diese Kobras hier oft vorkommen, aber nicht aggressiv seien. Heute haben wir etwas Wind und so starten wir nacheinander weg. 8 Schirme machen sich auf den Weg nach Changlun. Maximale Flughöhe heute 500 Fuß. Die Landschaft ändert sich und Reisfelder werden von riesigen Gummibaumplantagen abgelöst. Später folgen wir der Hauptstraße nach Changlun, In Straßennähe ist jederzeit eine Außenlandung möglich. Am Himmel bilden sich jetzt größere Cumuli und es wird richtig thermisch. Über kleinen Hügeln geht es schon ordentlich hoch und ich habe Mühe, unterhalb der geforderten 500 Fuß zu bleiben. Nach etwa 85 Minuten haben wir die Stadt erreicht. Gelandet wird im großen Fußballstadion. Wir kreisen noch einige Zeit über der Stadt, dann schweben wir nach und nach zwischen den Flutlichtmasten ein und landen auf weichem, gepflegten Rasen. Viele Zuschauer erwarten uns, denn der Flug wurde in der örtlichen Presse angekündigt. Neben vielen Fragen sind wir Piloten auch gefragtes Fotomotiv fürs Erinnerungsfoto. Dann war Abbau der Motoren angesagt, denn unsere Tour ging mit einem Teil der Piloten weiter nach Sünden in die Stadt Sungai Petani.
04.05.2004: Fliegen über Sungai Petani. Basir hat sich zum Start ein Fußballfeld ausgesucht, rings herum begrenzt von hohen Bäumen. Hier ist kein sicherer Start möglich. Also fahren wir durch die Stadt und finden ein Universitätsgelände mit zwei großen Fußballfeldern, auf welchen gerade Schulsport betrieben wird. Basir geht kurzerhand zum Rektor der Schule, welcher dann mit einigen Lehrern erscheint. Wir informieren die Lehrer wie man mit Motor und Gleitschirm fliegt und alle möchten sowas sehen. Der Rektor läßt kurzerhand das eine Fußballfeld räumen. Der Unterricht wird unterbrochen, damit die Kinder zusehen können. Basir macht eine Flugvorführung. Kurvenflug, knapp überm Boden um die Fußballtore herum, knapp über die Kinder hinweg. Die Menge ist begeistert und die Mädchen kreischen. Der Rektor überläßt uns die eine Hälfte seines Sportgeländes unter der Bedingung, daß wir am Nachmittag nochmals kommen, denn bis dahin würde es sich in der Stadt herumsprechen und wir würden noch mehr Zuschauer haben. Anschließend kreisen jede Menge Schirme über der Stadt. Als wir am Nachmittag wieder auf dem Universitätsgelände eintreffen, werden wir schon von vielen Zuschauern erwartet. Der Wind steht gut an und auch drei oder vier Gewitterzellen stehen schon am Himmel. Yokata startet als erster. In der Ferne neben einem Gebirgsmassiv sehe ich, daß es schon regnet und anhand der Windrichtung kann ich abschätzen, daß dieser Regen in nächster Zeit auch uns erreichen wird. Wir fliegen ums Unigelände, landen ein, starten wieder und drehen unsere Kurven zur Freude der Zuschauer. Als dann sehr schnell der Wind wechselt, wird es Zeit zur Landung. Wir packen zusammen, bevor der Regen kommt. So bleibt leider wenig Zeit, die vielen Fragen zu beantworten und mit Einsetzen des Regens verliert sich dann auch die Zuschauermenge.
05.05.2004: Streckenflug von Sungai Petani nach Alor Setar über etwa 50 Kilometer. Um 8.00 Uhr brechen wir auf Richtung Meer zu einem Fußballfeld, von welchem wir starten möchten. Leider steht der Platz durch den nächtlichen Regen vollständig unter Wasser. Wir fahren weiter und entdecken wieder eine Schule mit großem Fußballfeld. Aber auch hier ist es ziemlich naß. Basir geht wieder zum Rektor und nach kurzer Zeit hat sich die gesamte Schule zum Zusehen versammelt. Der Wind wechselt ständig und ich habe meinen Schirm schon von einem Ende zum anderen Ende des Platzes transportiert. Basir ist schon in der Luft und macht seine Vorführung. Nachdem er gelandet ist, macht er die Flugeinweisung. Wir fliegen nach Norden, dann als nicht zu übersehende Markierung eine Brücke und von dieser Brücke ans Meer und immer dem Meer entlang. Einen Landeplatz finden wir dann in Alor Setar. Der Flughafen wird verständigt, denn auch diesmal durchfliegen wir dessen Einflugschneise. Wir erhalten Freigabe bis 500 Fuß. Basir ist schnell in der Luft. Fliegt der doch ohne Rettung. Ich hingegen bin beladen wie ein Jumbo Jet mit 10 Litern Sprit, Rettung, Funk, Telefon, Vario, GPS. So warte ich auf Wind von vorne. Simon, ein Malayischer Pilot startet. Er rutscht aber beim Startlauf auf dem wasserglatten Rasen aus und beschädigt dabei sein Gestell. Er verzichtet auf den Flug. Durch dieses Mißgeschick weiß ich jetzt, an welcher Stelle des Platzes Vorsicht angesagt ist. Die beiden Japaner wollen auch nicht starten. Basir dauert es jetzt zu lange und er fliegt schon mal los. Endlich mit einer Phase Wind von vorne komme ich auch in die Luft. Es ist schon 11.00 Uhr. In der Ferne sehe ich Basir fliegen. Ich folge ihm. Es geht am Strand entlang, welcher hier sehr morastig ist. Basir hat uns schon am Vorabend gewarnt, an diesen Stränden zu landen. Besser auf einer kleinen Straße, welche sich am Strand entlangzieht. Neben der Straße endlose Reisfelder. Der Wind kommt seitlich und etwas von hinten. Die Durschnittsgeschwindigkeit liegt etwa bei 38 km/h. Unter mir das Meer, rechts endlose Reisfelder. Ab und zu überfliegen wir kleine Flüsse, welche ins Meer münden, Siedlungen, kleinere Häfen. Die Thermik hat jetzt voll eingesetzt und läßt mich Rodeo fliegen. Weit voraus sehe ich Basir, welcher über offenem Meer fliegt. Dahin weiche ich jetzt auch aus, denn dort ist es nicht so thermisch. Nach etwa 75 Minuten haben wir Alor Setar erreicht. Ich sehe den Flughafen und kreuze die Einflugschneise. Basir kreist weit voraus und landet wegen Spritmangel. So lande ich nach etwa 90 Minuten ebenfalls, obwohl ich noch Benzin für eine weitere Stunde im Tank habe.
06.05.2004: Abflug von Alor Setar nach Kuala Lumpur und von dort nach Sarawak auf Borneo. Wir landen in Kuching. Hier müssen wir das Flugzeug verlassen und Einreiseformulare für Sarawak ausfüllen, da wir aus Malaysia einreisen. Dann geht’s per Inlandsflug weiter nach Miri. Dort angekommen, wartet schon ein Bus, welcher uns ins beste Hotel der Stadt bringt. Noch vor dem Abendessen werden in einem extra angemieteten Raum des Hotels die Motoren zusammengebaut. Beim gemeinsamen Abendessen lerne ich die neu hinzugestoßenen Teilnehmer der Tour - Piloten aus Sarawak - kennen. In Sarawak ist der Anteil der chinesischen Bevölkerung höher als der moslemischen Bevölkerung und somit ist auch überall Bier erhältlich. Am späten Abend mache ich noch einen Abstecher in die Karaoke-Bar des Hotels und stoße dabei auf einige der neu hinzugekommenen Teilnehmer aus Kuching, ausschließlich Chinesen. Es wird eine feucht-fröhliche Nacht mit viel Bier und Gesang. Am nächsten Morgen um 10.00 Uhr findet die offizielle Eröffnung der Tour hier in Sarawak im Kongreßzentrum des Hotels statt. Alle Motoren sind im Foyer aufgebaut, die Presse, das Fernsehen und jede Menge Publikum hat sich eingefunden, zumal auch der Ministerpräsident von Sarawak sein Kommen zugesagt hat. Pünktlich trifft dieser ein und alle Piloten – die Kuching-Piloten und Malaysia-Piloten alle in ihrem Pilotendress - stehen Spalier und werden persönlich von ihm begrüßt. Dann hält der Herr Minister, der Bürgermeister von Miri, der Organisator der Tour sowie Basir als Vorstand des malaysischen Motorschirm-Verbandes eine Rede und nach Kaffee und Kuchen ist die Veranstaltung beendet. Leider ist am heutigen Tag schlechtes Wetter. Es nieselt schon den ganzen Vormittag und am Nachmittag sollen wir an einer Großveranstaltung mit Rockkonzert im Stadion von Miri mit unseren Schirmen fliegen. Rund ums Stadion und im Stadion haben sich etwa 10.000 Menschen versammelt. Eine Bühne ist aufgebaut und die Rockband macht mächtig Stimmung. Da unsere Truppe am Morgen versprochen hat, während dieser Veranstaltung eine Flugeinlage zu machen, sehe ich überall traurige Gesichter. Der Rasen ist durchnäßt, aber der Regen hat aufgehört. Basir und ein Pilot aus Kuching müssen eben in den sauren Apfel beißen und fliegen im Stadion ihre Runden unter dem begeisterten Geschrei der Zuschauer. Nach der Landung werden wir auch hier als Paramotor-Truppe vom Sprecher auf der Bühne vorgestellt und wieder geht ein Blitzlichtgewitter der Presse über uns hernieder. Und auch das Fernsehen möchte noch Interviews haben.
08.05.04: Schönes Wetter aber starker Wind. Abfahrt um 10.00 Uhr an den Strand. Als wir eine Stunde später dort eintreffen ist der Wind zum Fliegen zu stark. Es war ein Streckenflug in eine nahe gelegene Stadt mit Landung auf deren Fußballfeld geplant. James riskiert doch einen Start, aber beim rückwärts Aufziehen des Schirmes zieht ihn dieser über den Sand. Er hat Glück, daß er seinen Motor noch schnell aus bekommt. Ansonsten hätte er einen Propellerbruch. Wir entscheiden, an einen anderen, breiteren Strand zu fahren. Aber auch dort ist der Wind zu stark. Es werden abert trotzdem alle alle Motoren abgeladen. Auch die Kuching-Piloten fliegen französische Adventure-Motor. Viele mit einem Käfig Marke Eigenbau aus Edelstahl. So eine Edelstahl-Konstruktion macht den Motor natrülich extrem schwer. So wiegt der Motor von James und Lou um die 40 kg. Die beiden möchte ich damit fliegen sehen. Trotz des sehr starken Windes baut Basir auf und kommt auch irgendwie in die Luft. Mit offenem Trimmer hat er kaum Vorwärtsfahrt und fliegt am Strand entlang. James versucht auch wieder zu starten, wird aber wieder über den Strand gefegt. Er leiht sich einen "S" Schirm bis 80 kg Gewicht aus, welchen er unproblematisch aufziehen kann. Trotz des sehr starken Windes benötigt er Vollgas und einen Startlauf, bis er in der Luft ist. James wiegt etwa 95 kg, sein Motor nochmals etwa 40 kg. Ein überladener Schirm also. Über Funk teilt uns James mit, daß er in die Stadt fliegt. Wir folgen mit dem Auto und erreichen gleichzeitig den Landeplatz. James hat noch große Höhe und kaum Vorwärtsfahrt. In Landerichtung des Stadions stehen hohe Bäume und etwa 20 Meter vor der Landung in Baumnähe erwischt ihn ein Rotor. Der Schirm macht einen Frontstall, öffnet sich aber wieder schlagartig durch das hohe Gewicht und James macht sogar noch eine stehende Landung. Glück gehabt, aber schlotternde Knie. Im Ort werden wir von der Bevölkerung schon mit gegrilltem Fleisch und Bier empfangen und lassen es uns dabei gut gehen.
09.05.04: Um 6.30 Uhr schaue ich aus dem Fenster. Dichte Wolken, windig. Heute ist geplant, von Miri bis zur Grenze nach Brunei zu fliegen. Um 8.00 Uhr ist Abfahrt. Auf dem Weg zum Strand beginnt es leicht zu regnen. Am Strand angekommen werden wir schon von einer Menschenmenge erwartet. Es herrscht böiger, ablandiger Wind. Basir macht nochmals für die Piloten eine Einweisung, während ich mir überlege, bei diesen Verhältnissen überhaupt zu fliegen. Startfenster soll zwischen 9.45 und 10.15 Uhr sein. Nach 10.15 Startverbot. Flug nach Osten über Miri hinweg, dann entlang der 2-spurigen Autobahn bis zur großen Brücke am Fluß. Landung auf dem großen Feld kurz vor dem Zollgebäude. Maximale Höhe 500 Fuß, da wir die Einflugschneise des Internationalen Flughafens von Miri durchfliegen. Dann wird telefonisch der Flughafen mit unseren Durchflugzeiten verständigt. Jetzt herrscht auf einmal Hektik. Benzin auftanken, Schirm auslegen, Funk überprüfen. Das Fernsehen ist auch schon wieder dabei. Zu meinem Erstaunen startet Basirs Tocher als erste. Dann folgt Basir selbst. Ich sehe, daß es ganz schön turbulent zugeht. Nach einem weiteren Piloten ziehe ich rückwärts auf und starte. Der böige Wind reißt mich nach oben. Der Schirm pendelt stark. Ich mache Höhe und möchte erst mal noch überm Startplatz bleiben, um mich ins Gurtzeug zu setzen. Bis ich endlich fertig bin, stelle ich fest, daß ich durch den starken Wind in etwa 100 Metern Höhe rückwärts fliege und schon 150 Meter überm Meer bin. Ich öffne die Trimmer, habe aber laut GPS immer noch keine Vorwärtsfahrt. Also runter auf Baumwipfelhöhe. Zwischenzeitlich bin ich ziemlich weit abgetrieben worden und immer noch über Wasser. Mir ist die Lust vergangen. Aber leider weit und breit keine Landemöglichkeit. Die Bäume reichen bis an den Strand. Jetzt habe ich Vorwärtsfahrt und fliege wenig später endlich wieder über Land. Ich orientiere mich an den anderen Schirmen und folge ihnen in geringer Höhe. Jetzt bloß kein Motorausfall. Wir überfliegen Miri Stadt, Sumpfland, kleine Seen. Dann geht’s der Autobahn entlang. Durch den böigen Wind pendelt der Schirm teilweise sehr stark. Mal reißt es mich hoch, dann habe ich wieder starkes Sinken. Das muß immer mit dem Motor ausgeglichen werden. Also Vollgas, Halbgas und so weiter. Nach einiger Zeit habe ich mich an dieses Rodeo gewöhnt. Nur die geringe Höhe bereitet mir noch Kopfzerbrechen. Endlich nach langen 75 Minuten ist dann die Brücke mit dem dahinterliegenden Zollgebäude in Sicht, wo ich direkt lande. Mit mir landen noch weitere 6 Piloten. Der Rest war entweder vernünftig oder hatte Zeitüberschreitung. Anschließend Ausreise aus Sarawak und Einreise nach Brunei. Dabei werden die Motoren auf Formularen registriert und alles abgestempelt. Das hält uns etwa eine Stunde auf. Da wir in Brunei nicht fliegen dürfen, passieren wir das Land in etwa 2 Stunden. Dann an der Grenze das gleiche Prozedere nur in umgekehrter Reihenfolge. Während der Fahrt hat sich das Wetter sehr gebessert. Jetzt ist blauer Himmel mit einigen Cumuli. Kurz nach der Grenze finden wir das Fußballfeld einer Schule. Basir entscheidet sich kurzfristig für einen Streckenflug von hier nach Limbang. Flugzeit etwa 2 Stunden. Wir folgen der Straße, dann an der nächsten Kreuzung rechts abbiegen. Auf keinen Fall nach links, denn da geht’s Richtung Flugplatz von Limbang. Dort herrscht Flugverkehr. Bei Außenlandungen bloß nicht im Fluß oder Flußnähe landen wegen der vielen Krokodile, bei Landung auf Grünflächen auf die Wasserbüffel, in Straßennähe auf Leitungen achten. Jetzt bricht Hektik aus. Bei diesem schönen Wetter möchte jeder in die Luft. Ich habe meinen Funk im Bus liegen lassen, welcher etwa 300 Meter entfernt an der Straße parkt. Die Hitze bringt mich ganz schön ins Schwitzen. Endlich wieder zurück, muß ich mir das Benzin in Resten aus sämtlichen Kanistern zusammensuchen. Mein Öl kann ich auch nicht finden. Nochmals zum Bus. Wie ich endlich mit Tanken fertig bin, startet schon der erste Pilot. Leider kommt er nicht in die Luft. Er startete gerade bei einer Phase ohne viel Wind. Außerdem wollte er seine Ausrüstung nicht zu weit schleppen und hat dafür in Kauf genommen, daß durch die seitlich stehenden Bäume der Wind abgelenkt wird und nicht genau von vorne kommt. Ich checke nochmals den Windsack und entscheide mich für einen weiter weg gelegenen Startplatz. Lieber die Ausrüstung etwas schleppen und ein sicherer Start, als ein Fehlstart. Durch die Hektik und da ich mit mir selbst beschäftigt bin, bekomme ich gar nicht mit, wieviele Piloten schon in der Luft sind. Aber es stehen noch etliche Piloten herum und ich beobachte gerade einen weiteren Fehlstart wegen ständig wechselndem thermischen Wind. Ich habe Glück und erwische ein Windchen von vorne. Mein Start gelingt. Ich baue Höhe auf und sehe weit vor mir in Baumwipfelhöhe 3 Schirme, wovon der vorderste der blaue Schirm von Basir ist. Da es ziemlich thermisch ist, benötige ich kaum viel mehr als Standgas. Ich öffne die Trimmer halb, schalte mein GPS ein und folge auf direkter Linie den vor mir fliegenden Schirmen. Da diese der Straße folgen, welche ziemlich kurvig ist, muß ich mich nicht ganz so sehr beeilen, da ich auf meiner Höhe direkten Kurs fliege. Unter mir windet sich wie ein riesiger Wurm ein brauner Fluß. Wasserbüffel kann ich auch erkennen. Ich überfliege kleine Berge, über welchen ich in nicht zu ruppiger Thermik Steigwerte von 2,0 – 2,5 Meter habe. Da die anderen Piloten in geringerer Höhe diese Berge umfliegen, kann ich gemütlich Höhe machen. Wie gut, daß Basir vorausfliegt. Die Straße hat nämlich schon ein paar mal gekreuzt und er fliegt immer noch geradeaus. Jetzt biegt er nach links ab – genau dorthin, wo wir auf keinen Fall hinfliegen sollen. Auf meiner GPS-Map kann ich den Flugplatz von Limbang sehen, welcher in dieser Richtung liegt. Längst fliege ich wieder ohne Trimmer, denn von meiner Höhe aus kann ich bequem verfolgen, was unter mir abläuft. Mir folgt noch ein weiterer Schirm. Basir kehrt wieder um und fliegt wieder zurück, weiter die Hauptstraße entlang. Ich genieße meinen Flug, die herrliche Aussicht, das satte Grün unter mir. Basirs blauer Schirm kreist jetzt über einem Fußballfeld in einem kleinen Tal und landet dann dort. Schirm zwei und drei landen ebenfalls. Ich erkenne, wie viele Personen den Platz stürmen und lasse mir Zeit. Ich umrunde nochmals den Talkessel und baue in Kreisen Höhe ab zur Landung. Basir hat den Platz geräumt und weist mir die Landerichtung. Der Nachzügler, "Brunei" landet ebenfalls. Schon sind wir von jeder Menge Kinder umringt. Wir sind mal wieder in einem Fußballfeld einer Schule gelandet. Alle Lehrer stellen sich ein und wir müssen wieder für Erinnerungsfotos und Autogrammen herhalten. Kaum sind wir fertig mit Zusammenpacken ist auch schon der Bus eingetroffen. Es flogen zwar auch noch andere Piloten, aber diese haben es vorgezogen, in der Umgebung vom Startplatz zu fliegen. Gegen 17.00 Uhr dann noch ein schöner Abendflug über Limbang.
10.05.04: Um 8.30 Uhr treffen wir im Stadion von Limbang ein. Auf Transparenten hat man uns angekündigt als "The Sports Extremists". Auf der Tartanbahn ist ein Zelt für uns Flieger aufgebaut und um die Tribüne hängen Werbeplakate der Sponsoren. Für die Prominenz wurden große weiche Plüschsessel aufgestellt. Basir ist als erster in der Luft und fliegt mit einem Banner Werbung für ELF, dem Ölsponsor. Ein schönes Windchen vereinfacht den Start und so fliegen jede Menge Schirme über Limbang. Um 11.00 Uhr dann die offizielle Vorstellung der Piloten. Da es zwischenzeitlich sehr thermisch geworden ist, wird beschlossen, das Fliegen gegen 15.00 Uhr nach dem Mittagessen fortzusetzen. Am Nachmittag ist dann halb Limbang auf den Beinen und sieht beim Fliegen zu.
11.05.04: Morgens Abfahrt nach Lawas. Wieder über die Grenze nach Brunei und dann mit der Fähre über den Grenzfluß Einreise nach Sarawak. Die meiste Zeit verlieren wir wieder mit dem Papierkram. Am Nachmittag treffen wir dann in Lawas ein. Kurz einchecken ins Hotel und dann ab zum Flugplatz. Wir starten heute vom Flugplatz Lawas. Um 15.30 Uhr started eine Maschine und bis die nächste Maschine um 16.45 Uhr kommt, kann geflogen werden. Leider kündigt sich auch ein Gewitter an. Nichtsdestotrotz laden wir alles ab und besetzen das Abflugterminal des Flughafens. Kaum ist die Maschine gestartet, fegt auch schon das Gewitter über den Platz. So schnell wie es da war, ist es auch schon abgezogen. Also kann geflogen werden. Natürlich nur mit Funk und jeweiliger Startfreigabe durch den Turm. Um 16.30 werde ich an die ankommende Maschine erinnert und lande. Gerade als der letzte Schirm landet, ertönt auch schon die Sirene vom Turm und signalisiert, daß die Maschine sich im Endteil befindet. Die Zeit zwischen dem Abfertigen der Maschine nutzen die beiden Pilotenvon Malaysian Airlines um sich unsere Fluggeräte anzuschauen. Da nach Abflug der Maschine keine weiteren Flugzeuge mehr erwartet werden, ist freies Fliegen angesagt. Landen sollen wir dann auf irgend einem Feld in der Stadt. Es folgt ein schöner Abendflug. Mit Einbruch der Dämmerung lande ich auf einem großen Bolzplatz in Lawas. Leider habe ich mir mal wieder ein Grasfeld ausgesucht und habe nicht bedacht, daß hier alles was grün ist, unter Wasser steht. So wird es eine glitschige, nasse Landung.
12.05.04: Es hat die ganze Nacht über geregnet und auch jetzt gegen 10.00 Uhr regnet es noch Bindfäden. Ein Fernsehteam hat sich mal wieder eingestellt und macht Interviews. Auch der Mann der hiesigen Presse macht sich Notizen. Francis hat den Meteologen des Flugplatzes von Lawas angerufen, welcher ihm eine Wetterbesserung gegen 15.00 Uhr vorhergesagt hat. Das kann ich kaum glauben. Gegen 11.30 Uhr hört der Regen tatsächlich auf. Ich mache gerade einen Stadtbummel, als ich Motorenlärm höre. Ich schaue zum Himmel und sehe Basir mit seinem Werbebanner über die Dächer fliegen. Er landet auf einem Parkplatz mitten in der Stadt. Das Mittagessen wurde von einem der hiesigen Geschäftsleute gesponsert. Es gab süß-sauren Fisch, in Gingersauce gegrillte Prawns, gegrilltes Hähnchen, gegrillten Fisch, verschiedene Gemüse und Reis. Ein tolles Essen. Um 15.00 Uhr sind wir wieder am Flugplatz. Der Himmel ist zwar noch leicht bedeckt mit Lücken, aber es kann geflogen werden. Es sind auch wieder jede Menge Zuschauer da. Heute soll nur noch eine Maschine um 16.45 Uhr kommen. Ich melde mich beim Turm daß ich auf Strecke gehen möchte und erst nach Eintreffen/Abflug der Maschine landen werde. Er soll mich aber über den Verkehr auf dem laufenden halten. So fliege ich vom Platz weg in die nahen Berge. Ich steige auf 800 Meter und fliege über einer Hügelkette entlang. Beim näheren Hinsehen erkenne ich, daß sich überall kleine Pfade durchschlängeln und der Urwald vor längerer Zeit schon mal abgeholzt wurde. Die nachwachsenden Bäume sind zwar auch schon sehr groß aber im Vergleich zu einzeln stehenden Baumriesen doch viel kleiner. Lawas Turm informiert mich, daß der Flug der Maschine abgesagt wurde. Außerdem soll ich später im Stadion von Lawas landen, da der Flugplatz geschlossen wird. Ich fliege also zurück nach Lawas und schaue mir den Landeplatz von oben an. Ich erkenne neben einigen braunen Flecken viel Grün und gehe tiefer. Wie ich vermutet habe, entpuppt sich das "grün" als grüne Wasserflächen. Ich melde mich also bei Lawas Turm, sie mögen doch bitte den Platz noch nicht schließen und auf mich warten. Ich werde mit einem Landebier empfangen. Die Piloten, welche auf "Gras" gelandet sind, wurden mit einem nassen Schirm belohnt. Glück gehabt. Am Abend waren wir dann wieder von einem hiesigen Geschäftsmann zum Barbecue in dessen Haus eingeladen. Was hier in Sarawak des nachts unter der Beleuchtung rumfliegt ist unglaublich. Käfer so groß wie kleine Vögel. Darunter einige, die, wenn man sie anfaßt und leicht zwickt einen Siglanton loslassen, so laut wie bei einer Sirene. Ebenso riesige Nachtfalter und Fledermäuse. Damit war mein Aufenthalt beendet. Den nächsten Tag benötigen wir für die Rückreise mit all dem Papierkrieg über die vier Grenzen. Es waren wunderschöne Flüge mit unvergeßlichen Eindrücken.
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