Malaysia

Einführung: Malaysia mit Borneo ist ein fast ganzjähriges Reiseziel für Paramotor. Ist ein Flugplatz in der Nähe empfiehlt sich eine Kontaktaufnahme mit dem Flugplatzmanager. Die Leute sind unserem Sport sehr aufgeschlossen und sehr behilflich. Mitnahme eines Flugfunks sowie englische Sprachkenntnissen der flugtechnischen Begriffe sind von Vorteil.

Wetter: Westküste Malaysia: Beste Reisezeit Mai bis Dezember. Ab Mitte Dezember sehr heiß, wolkenloser Himmel und viel zu viel Wind zum Motorschimfliegen.

 

Langkawi Island (Westküste)

(August 2004)

Langkawi wird täglich mehrmals von Kuala Lumpur bzw. per Direktflug aus London, Bangkok, Singapur sowie allen arabischen Staten angefolgen. Die gesamt Insel ist ein wahres Urlaubsparadies zu erschwinglichen Preisen. Malaysian Airlines hat etliche günstige Angebote mit Flug, Übernachtung/Frühstück im Angebot. Die Hauptinsel Langkawi hat etwa 40 km Länge und 25 km Breite. Weitere kleinere Inseln sind vorgelagert. Langkawi ist außerdem zollfreies Territorium und in der Hauptstadt Kuah läßt sich hervorragend shoppen.  Die Preise von Sport-Markenartikeln wie Nike, Adidas, Puma etc., welche in Malaysia hergestellt werden, liegen ca. 60% unter den bei uns üblichen Preisen. Ein Vorteil, welche mitreisende Angehörige zu wahren Kauforgien verleitet.

Bei meiner Ankunft am Flughafen informierte ich mich zuerst über die Auto-Mietpreise, da wir die Insel auf eigene Faust erkunden wollten. Wie überall in Asien ist auch hier alles Verhandlungssache. Da wir vom Hotel abgeholt wurden, habe ich mir Preise, Telefonnummern und Ansprechpartner notiert. Wir hatten uns das Holiday Villa Langkawi ausgesucht. Eine Anlage direkt am langen östlichen Ende des Strandes von Pantai Tengah mit einzeln stehenden Bungalows. Am Strand von Pantai Tengah befinden sich übrigens noch sehr viele weitere Hotels mit diversen Restaurants, Einkaufmöglichkeiten, Unterhaltung etc.

Mein malaiischer Freund Colonel Basir war schon mehrmals mit Flugschülern auf Langkawi und gab mir wertvolle Tips. Da mein Hotel nur etwa 5 km vom Flughafen entfernt war, machte er mir wenig Hoffnung, an dessen Strand eine Starterlaubnis zu erhalten.

Am nächsten Tag machte ich mich also auf den Weg zum Internationalen Flughafen Langkawi. Dort angekommen fragte ich mich zum Flughafenmanager durch, welcher mich trotz vieler Arbeit empfing. Ich erzählte ihm, daß ich ein deutscher Pilot mit PPL A Lizenz sei und hier auf Urlaub zum Motorschirmfliegen sei. Mein Hinweis auf Colonel Basir, welchen er ebenfalls kannte und den scheinbar jeder in der Fliegerszene Malaysias kennt, sowie meine Fluginstrumente u.a. mein Flugfunk, und GPS, vereinfachte die Sache sehr. Er begleitete mich zum Turm und stellte mich den dortigen Fluglotsen vor. Ich bekam eine Einweisung der Flugrouten von an- und abfliegenden Maschinen mit Korridoren, welche ich auf jeden Fall zu meiden hätte. Desweiteren bekam ich eine Frequenz zugeteilt, auf deren ich mich während des Fluges zur Freigabe von Flugrichtung und Flughöhen zu melden habe. Außerdem noch zwei Telefonnummern, um meinen Flug vor dem Start anzumelden. Als Kennzeichen wurde meine DULV-Motorschirmkennung "D-MMWS", German Power Glider verwendet. Bei einem Start in der Nähe unseres Strandbungalows wurde mir nach vorheriger telefonischer Anmeldung eine Höhe bis maximal 500 Fuß erteilt. Mit diesem Wissen machte ich mich also auf, ein entsprechendes Fahrzeug zu mieten. Um meinen Fresh Breeze nicht täglich auf- und abbauen zu müssen, entschied ich mich für einen Minibus mit sehr großer Heckklappe und viel Platz.

Langkawi Van.JPG (659935 Byte)

Zurück im Bungalow machte ich mich an den Zusammenbau meines Motors. Beim Probelauf stellte ich dann fest, daß der Keilriemen - obwohl in Deutschland neu montiert - nach etwa 12 Flugstunden, welche ich auf Redang Island an der Ostküste geflogen hatte, fast ohne Profil war. Mit diesem Handicap konnte ich Fliegen in Kontrollzonen vergessen. Ich suchte nach einem Taxifahrer, welcher sich in der Hauptstadt Kuah auskennt und dort auch weiß, wo ich einen solchen Keilriemen bekommen könnte. Die ersten Besuche bei Fahrzeug/Ersatzteile-Händlern waren allesamt niederschmetternd. Keiner konnte mir helfen. Der Keilriemen war zwar allen bekannt, auf Langkawi aber nicht zu besorgen. Ein Anruf bei Fresh Breeze in Deutschland brachte mich etwas weiter, da diese Keilriemen teilweise in Fahrzeugen von Mercedes Benz eingesetzt wurden. Aber auch da Fehlanzeige. Wir klapperten dann Händler nach Händler ab, bis wir einen fanden, welcher dieses Teil in seiner Filiale auf dem Festland in der Stadt Kangar auf Lager hatte. Mit etwas Glück würde dieser Keilriemen dann am Nachmittag des nächsten Tages eintreffen.

Langkawi Fliegen.JPG (925551 Byte) Langkawi Flug 1.JPG (914329 Byte) Langkawi Flug 11.JPG (922063 Byte) Langkawi Flug 2.JPG (926078 Byte) Langkawi Flug 3.JPG (908203 Byte) Langkawi Flug 3.JPG (908203 Byte) Langkawi Flug 4.JPG (933080 Byte) Langkawi Flug 5.JPG (910628 Byte) Langkawi Flug 8.JPG (929680 Byte) Langkawi Flug am Strand 1.jpg (941902 Byte) Langkawi Flug am Strand 3.JPG (933064 Byte) Langkawi Flug am Strand.JPG (948408 Byte) Langkawi Flug nach Datei Beach 2.JPG (917812 Byte) Langkawi Flug nach Datei Beach.JPG (915034 Byte) Langkawi Richtung Datai Beach.JPG (930362 Byte) Langkawi Flug.JPG (943599 Byte) Langkawi Landung am Strand.JPG (942547 Byte)

Derweil erkundeten wir mit unserem Van die Insel. An der Nordküste in der Nähe vom Tanjung Rhu Resort direkt neben der Hauptstraße und gegenüber der Polizeistation befindet sich ein langer Sandstrand mit ausreichend Startmöglichkeit. Die Straße endet dann nach etwa 3 km Richtung Tanjung Rhu Resort an einem weiteren riesigen Strand mit Parkplatz und malaysischen Imbißbuden.

Am nächsten Tag war wieder bestes Flugwetter. Schon am frühen Nachmittag fuhr ich deshalb nach Kuah zum Kfz-Zubehör-Händler. Der Riemen war noch nicht da, sollte aber mit der nächsten Fähre gegen 16.00 Uhr eintreffen. Der Tag verging mit Shopping und gegen 17.00 Uhr hatte ich den Keilriemen endlich in meinen Händen. 

Am nächsten Morgen regnete es leider. Trotzdem lud ich mein Equipment ein, denn in den Tropen ändert sich das Wetter sehr schnell. Langkawi hat bestens ausgebaute Straßen. Richtung Norden wurde das Wetter immer besser und am späten Nachmittag sogar fliegbar. Also fuhren wir direkt zum schönen Strand von Tanjung Rhu, wo der Wind optimal anstand. Unter den neugierigen Blicken vieler Einheimischer und einiger Touristen war der Motor schnell aufgebaut, Schirm ausgelegt und nach einem Probelauf erfolgte sofort der Start. Da es schon spät war, und ich nur etwas höher als Baumwipfelhöhe in Strandnähe flog, habe ich auf eine Anmeldung des Fluges verzichtet.

Langkawi Start 1.JPG (895793 Byte) Langkawi Start neben Straße.JPG (928411 Byte)  

Der nächste Tag begann wieder bedeckt mit Nieselregen. Nach dem Frühstück fahren wir nach Kuah und dann weiter durchs Landesinnere. Wir stoppen an Reisfeldern und Gummibaumplantagen und kaufen uns Früchte an Verkaufsständen neben der Straße. Wie am Vortag bessert sich am Nachmittag wieder das Wetter und in kurzer Zeit sind wir wieder am Strand. Dieses Mal der Strand direkt an der Straße nach Tanjung Rhu neben der Polizeistation. Hier bin ich ungestört. Keine Touristen. Niemand. Der Wind steht schön an und auch das Wolkenbild läßt einen Streckenflug zu. In Gedanken hatte ich mir schon die Tage davor meine Flugstrecke ausgemalt, welche mich am Meer entlang bis zur westlichen Spitze von Langkawi führen sollte. Es ist jetzt 15.00 Uhr. Nach kurzer Überlegung rufe ich Langkawi Tower an und gebe meinen Flugplan mit Startzeit, Wendepunkt, geschätzte Flugzeit sowie maximale Flughöhe an. Problemlos erhalte ich Flugfreigabe mit Maximalhöhe 3.000 Fuß sowie der Maßgabe, auf der mir zugeteilten Frequenz hörbereitschaft zu halten. Nach einem problemlosen Rückwärtsstart baue ich Höhe auf und fliege in etwa 300 Metern die Küste entlang. Bald ist der Sandstrand zu Ende und die Küste verwandelt sich in eine Klippenlandschaft. Die vorgelagerte Insel hat Sandstrand und ich wähle meine Flugrichtung so, indem ich diese Insel überfliege. Ich steige weiter bis auf etwa 800 Meter und fliege entlang der Küstenlinie, welche jetzt von steilen Berghängen umgeben ist. An Außenlandemöglichkeiten außer Felsen nur noch wenige kleine einsame Sandbuchten. Nach etwa 50 Minuten Flugzeit erreiche ich den Datai Beach mit seinen beiden Luxushotels in einer schönen Sandbucht versteckt. Nach kurzer Zeit erreiche ich dann die westliche Spitze von Langkawi und wende den Schirm. Zurück geht es die gleiche Strecke mit leichtem Rückenwind. Nach insgesamt 80 Minuten Flugzeit setze ich zur Landung an. Anschließend rufe ich Langkawi Tower an und schließe den Flugplan.

Langkawi Start.JPG (939773 Byte) Langkawi, Start neben Polizeistation.JPG (889536 Byte)

Am nächsten Morgen herrliches Wetter, blauer wolkenloser Himmel. Vom Strand sehen wir den Berg "Gunung Raja" mit 890 Metern Langkawis höchsten Berg, auf welchen auch eine Seilbahn hochfährt und von welchem auch Fußstarts mit Gleitschirm möglich sein sollen. Allerdings soll der Start nicht einfach sein, da sehr steil. Dieser Berg soll das Ziel unserer heutigen Tour werden. Aber schon auf der Fahrt liegt der Gipfel gegen Mittag in Wolken und wir verzichten auf die Bergfahrt. Wir fahren stattdessen an den Strand von Datai, welchen ich gestern überflogen hatte. Die Fahrt führt an der Steilküste entlang und endet an einem großen Tor. Der Torsteher erklärt uns, daß dieser Strand nur den Hotelgästen vom Datai Hotel und The Andaman Resort zugänglich sei. Wir kehren also um, halten uns an einem schönen Wasserfall auf und sehen alle 100 Meter Affen, welche die Straße passieren. Ein Blick zum Himmel zeigt dicke dunkle Cumuluswolken, aber kleine Strecken sind fliegbar. Nach kurzer Fahrt sind wir wieder am gestrigen Strand und auch der Wind ist nicht zu stark. Ich melde mich wieder bei Langkawi Tower und gebe als Flugplan "Flug um Tanjung Rhu" an. Neben der Hörbereitschaft auf der zugewiesenen Frequenz erhalte ich wieder die 3.000 Fuß Höhe, aber da wäre ich am heutigen Tage über den Wolken. Nach dem Rükwärtsstart fliege ich zuerst am Strand entlang und dann über Reisfelder ins Landesinnere. Unter den Wolken ist die Thermik nur mäßig stark und aus manchen fällt auch etwas Regen. So fliege ich meistens um die Wolken herum, komme aber dabei nicht so richtig vorwärts. In der Ferne sehe ich, wie eine fette Wolke am Berg hängt und sich abregnet. Ich entscheide mich zum Rückflug, da es immer mehr zuzieht. Am Strand angekommen sehe ich am Windsack, daß der Wind sehr zugenommen hat. In der Luft habe ich das nicht bemerkt. Schon bald nach der Landung fängt es an zu regnen.

Langkawi, Strand Tanjung Rhu 3.JPG (948597 Byte) Langkawi, Umgebung Tanjung Rhu 1.JPG (948826 Byte) Langkawi, Umgebung Tanjung Rhu.JPG (930970 Byte)

Der nächste Tag ist wie der vorherige Tag. Herrliches Wetter etc. Nach dem Frühstück geht es gleich an den Startplatz von gestern, welchen wir schon um 10.00 Uhr erreichen. Aber kaum Wind und wenn schon, aus allen Richtungen. Ich packe meine Ausrüstung aus und warte ab. Gegen 11.00 Uhr plötzlich auflebender Wind. Nach Anmeldung bei Langkawi Tower bin ich schnell in der Luft und fliege entlang der kleinen Bergkante Richtung Strand von Tanjung Rhu. An der Kante trägt es gut. Die Wolken nehmen auch schnell zu und ein Blick auf den Windsack sagt mir, daß es Zeit zum landen ist. Ein kurzer Flug von nur 35 Minuten.

Gegen 16.00 Uhr sind wir an unserem Bungalow. Das Wetter ist hier an der Westküste wesentlich besser. Der Wind steht auch schön an und ich finde einen Startplatz direkt zwischen einer Imbißbude und einem Strandlokal. Der Strand von Pantai Tengah ist sehr belebt, da sich hier Hotel an Hotel reiht. Langkawi Tower gibt mir Freigabe bis 500 Fuß und die Frequenz aller an- und abfliegenden Maschinen. Meine Freundin hilft mir beim Start, denn durch den starken Wind wird der Schirm immer wieder weggeweht. Die Leute am Strand sehen meine Startabsicht und machen freiwillig Platz. Aus dem Stand bin ich in der Luft. Trotz dem starken Wind ist es absolut ruhig. Nachdem ich Höhe aufgebaut habe und auch Sichtkontakt zum Flughafen habe, melde ich mich bei Langkawi Tower. So etwa alle 10 Minuten ist eine Maschine im An- oder Abflug und ich kann den gesamten Funkverkehr mitverfolgen. Anfliegende Maschinen bekommen einen Hinweis auf meine Flugaktivitäten. Nachdem ich mich weiter vom Flughafen entfernt habe melde ich meine Position und erbitte eine höhere Flughöhe, welche mir mit 1.500 Fuß gewährt wird. Ich fliege jetzt Richtung Osten auf dem Weg nach Kuah. Außenlandemöglichkeiten bestehen hier leider keine mehr und ich entschließe mich zum Rückflug. Wieder in Nähe des Flughafens bin ich auf unter 500 Fuß und melde mich zur Landung ab.

Malayischer Imbiß.JPG (907610 Byte)

An den nächsten beiden Tagen mache ich nochmals schöne Flüge am Tanjung Rhu Strand mit nachmittäglichen lokalen Schauern. Langkawi Turm hatte mir zwar angeboten, auch Cross Country Flüge zu genehmigen, aber das Wetter ließ größere Strecken einfach nicht zu.

Für Taucher und Schnorchler sei noch erwähnt, daß Tauchmöglichkeit vor den vorgelagerten Inseln von Pulau Payar, einem Marineschutzgebiet besteht. Tagesausflüge in dieses Gebiet werden von jedem Hotel angeboten. Die vorgelagerten Riffe werden dort sehr viel betaucht, die Unterwasserwelt ist aber nicht erwähnenswert. Die Strände um Langkawi sind Sandstrände ohne Riffe, für Schwimmer sehr geeignet, für Schnorchler nicht eben interessant. Dafür kommen Muschelsammler auf ihre Kosten.

 

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E-Mail: wolfgang.racer@gmx.de