Mit dem Gleitschirm auf Sabah/Borneo        von Wolfgang Stark   

 

Mitte Januar 2002: Die Tage kurz, das Wetter schlecht, der Fasching naht. Warum nicht der Kälte entfliehen und Badeurlaub mit Gleitschirmfliegen verbinden? Vor etwa 9 Jahren hatte ich schon einmal Sabah (Bundesstaat von Malaysia) besucht und hatte während dieser Zeit einen wunderschönen fast 2-stündigen Flug im Schatten des Mount Kinabalu. So fiel es mir leicht, mich nochmals für dieses Urlaubsziel zu entschließen. Schon damals war es furchtbar schwer, Informationen über dieses Land zu erhalten, was sich bis heute leider nicht geändert hat.

Es gibt zwar einen Reiseführer über Malaysia, welcher in einem kurzen Kapitel über Sabah informiert. Aber hier finden sich nur Informationen über die Hauptstadt Kota Kinabalu mit dem etwa 85 Kilometer entfernten Naturschutzpark rund um den höchsten Berg Südostasiens, den Mount Kinabalu mit 4.100 m Höhe, einer Orang-Utan-Aufzuchtstation in Sandakan sowie der vor noch nicht allzu langer Zeit in die Schlagzeilen der Weltpresse geratenen Taucherinsel Sipadan Island, von welcher Tauchgäste durch moslemische Rebellen auf die nahe gelegenen Philippinen entführt wurden. Aber damit sind die Informationen schon weitestgehend erschöpft.  Auch wer das Internet durchwühlt, wird kaum mehr finden. Da ein Großteil des Landes mit Bergen um die 3.000 Meter Höhe bedeckt ist, Bergrücken teilweise bis zu 800 Meter Höhe nur wenige Kilometer vom Meer entfernt verlaufen, habe ich gedacht, daß hier Fliegen auch noch an anderen Plätzen möglich sein müßte.

Vorweg: Wer nach Sabah alleine zum Gleitschirmfliegen reist, wird mit Sicherheit enttäuscht werden. Einen Gleitschirmclub und somit offizielle oder dafür eingerichtete Startplätze gibt es nicht. Auf einigen Prospekten ist zwar ein Gleitschirmflieger abgebildet, welcher vom Mount Kinabalu startet, aber anhand des Gleitschirmes kann man unschwer erkennen, daß es sich um einen Uralt-Schirm handelt und die Aufnahme dementsprechend alt ist. Motorgleitschirmfliegen hingegen ist bekannt, da jährlich ein Malaysischer Gleitschirmclub Flugsafaris auch in Sabah durchführt. Dazu kommt dann das tropische Klima, wo es selbst in der "Trockenzeit" zwischen Mitte Februar und Mitte April Tage geben kann, an welchen Regengüsse niedergehen. Und dann der schier unglaubliche Bewuchs mit riesigen Bäumen, Bambus, Sträucher, Farn etc. Ich habe noch nie so viel Wald gesehen wie auf Sabah. Es ist einfach unglaublich. Kilometerweit nur Wald. Schon wer das Auto am Straßenrand parkt und sich nur einen Schritt entfernt, befindet sich mitten im Grün, welches nach der Hose, Socken etc. greift und sich daran festhält. Dies ist der Hauptgrund, warum das Gleitschirmfliegen sehr eingeschränkt ist. Entweder ein Startplatz ist vorhanden, aber kilometerweit kein Landeplatz oder umgekehrt. Oder von weitem sieht man ein grünes Feld mit optimaler Hangneigung, Landeplatz wäre auch vorhanden, aber dieses Feld entpuppt sich als Ananasplantage. Sind die Pflanzen noch jung, kann man daraus bei optimalem Wind und mit Helfern starten. Sind aber schon Früchte dran, dann sind die Pflanzen fast hüfthoch und ein Start ist nicht möglich. Oder die Hügel sind bewachsen mit Bergreis. Sieht von weitem ebenfalls aus wie Gras, die Pflanzen reichen aber fast bis auf Brusthöhe. Alles kein Problem. Aber um die Erde vor dem Abrutschen zu schützen, hat der Bauer in kurzem Abstand meterhohe Pflöcke in den Boden gerammt. Die machen das Auslegen des Schirmes und Starten auch nicht gerade einfacher. Am besten ist es, wenn man ein abgebranntes Feld als Startfeld findet. Als Landefeld kommen kleine Reisfelder in Flußnähe oder kleine Fußballfelder in Bergdörfern in Frage. Nur sind die Pisten zu diesen Dörfern in so schlechtem Zustand, daß ein Auto mit Allradantrieb von Vorteil ist. Die Bevölkerung ist sehr nett und hilfsbereit. Die Grundsprache ist Malayisch, aber fast jeder kann ein paar Brocken englisch. Kriminalität gibt es so gut wie keine, außerhalb Kota Kinabalus sowieso nicht, da sich in den kleinen Dörfern jeder kennt.

Da in diesem tropischen Klima der Wuchs des Grünzeugs in einem atemberaubenden Tempo vonstatten geht, kann ich keine Garantie dafür geben, daß meine anschließend beschriebenen Startplätze zu einem späteren Zeitpunkt noch nutzbar sind. Ich habe keinen Startplatz so vorgefunden, daß man sofort von diesem hätte starten können. Vielmehr waren mittelgroße Bäume, Sträucher, Bambus, Farn, Elefantengras u.ä. im Weg, welches von mir abgeräumt wurde. Die Landeplätze hingegen waren soweit in Ordnung. Ich kann jedem Reisenden, welcher sich auf meine Spuren begeben möchte nur empfehlen, eine Machete sowie eine gute Baumsäge mit ins Gepäck zu nehmen.

 

 

Mount Kinabalu bei Sonnenaufgang

 

BERG-FLUGGEBIETE:

 

Alle diese Fluggebiete befinden sich auf der Strecke von Tamparuli in Richtung Ranau in der Umgebung des Kinabalu-Parks.

 

1. "Nabalu-Cliff". N-Start. Parkplatz an der Straße Richtung Ranau, 7 km vor Kinabalu-Park, kurz unterhalb Restaurant "Nabalu". Auslegen auf Parkplatz. Klippenstart. Startplatz-Höhe = 1.220 m. Flug entlang der Ridge Richtung Kp. Kiau. Bei anstehendem Wind erreicht man sehr einfach Startüberhöhung und kann dann entlang des Bergrückens Richtung Kinabalu-Park bzw. in Gegenrichtung fliegen. Auf Abschattungen achten. Sobald sich eine Wolke vor die Sonne schiebt, ist der Thermikofen aus und sofortiges Sinken ist angesagt. Immer in Landeplatznähe bleiben. Landeplatz = direkt unterhalb auf kleinem Fußballfeld von Dorf Kp.Kiau Unterdorf. Landeplatz-Höhe = 610 m. Vor Start unbedingt Landeplatz besichtigen. Sehr klein. Ausweichlandeplatz: Fußballfeld von Dorf Kp.Kiau Oberdorf (nur mit Startüberhöhung erreichbar). Landeplatz-Höhe = 880 m. Weiterer Landeplatz = kleines Fußballfeld Kp. Kiau (kleiner Ort ebenfalls im Talkessel Richtung Kota Kinabalu). Ebenfalls nur mit Startüberhöhung und Streckenflug entlang des Bergrückens erreichbar. Kein Start bei Ostwind! Starke Turbulenzen am kleinen Landeplatz Kp.Kiau Unterdorf.

 

2. "Kampong Kiau". NW-Start. Startplatz-Höhe = 1.100 m. Abzweigung etwa 8 km vor Kinabalu-Park nach Kp. Kiau. Asphaltierte Straße geht in Piste über. Fahrt ins Tal an Landeplatz Kp. Kiau Unterdorf vorbei, nächste Abzweigung rechts hoch nach Kp. Kiau Oberdorf. Am Fußballplatz vorbei immer die Piste den Berg hoch bis Straße im Dorf endet. Auto parken und Pfad immer bergauf durch Gärten und Grundstücke folgen. Startplatz ist vom Landeplatz nicht einsehbar. Sind Gärten passiert Dschungelpfad folgen bis kleines Plateau erreicht wird. (Bergreisfeld, schöner Startplatz). Soaring entlang des Bergrückens über Dorf Kp. Kiau Oberdorf. Bei guten Bedingungen weiter den Bergrücken entlang nach Kp. Kaung. Entlang des Rückens teilweise Toplandungen möglich. Landeplatz: großes Fußballfeld Kp.Kiau Oberdorf. Landeplatz-Höhe = 880 m.

 

Anmerkungen zu Startplätzen "Nabalu-Cliff" und Kampong Kiau". Durch die unmittelbare Nähe zum Mt. Kinabalu ist schon am frühen Nachmittag mit Wolkenbildung und damit weiträumigen Abschattungen zu rechnen. Da außer den 3 erwähnten Landemöglichkeiten keine weiteren bestehen, sollte schon im eigenen Interesse voraussschauend bzw. so geflogen werden, daß auch bei unerwartetem Thermikende eine dieser Landemöglichkeiten sicher erreicht werden kann. Bei Ostwind fällt der Wind vom Mount Kinabalu ins Tal und bläst zum Tal hinaus. In Verbindung mit Thermik können dabei gefährliche Fallwinde entstehen. Auch bei Ostlagen kommt der Wind am Startplatz schön von vorne, aber unten im Tal am Landeplatz sind starke Turbulenzen.

Entlang der Hauptverkehrsstraße zum Kinabalu-Park gibt es noch zwei oder drei weitere Startmöglichkeiten aus Ananas-Anbaufeldern heraus. Wie schon erwähnt ist ein Start nur bei jungen Pflanzen sowie mit Helfer möglich. Als Landeplatz kommt das kleine Fußballfeld in Kp. Kaung bzw. zwei kleine Reisfelder neben dem Fluß talauswärts in Frage. Leider sind die Landeplätze nicht einsehbar. Bei einer Landung auf den Reisfeldern muß man einen längeren Fußmarsch auf Dschungelpfaden zum Dorf Kp.Kaung einplanen, da zu diesen Reisfeldern keine Straße führt. Während meiner Zeit im Februar 2002 waren die Ananas-Früchte fast reif und die Pflanzen dadurch zu hoch. Ein Start war leider nicht möglich. Dieser Bereich ist meines Erachtens thermisch ergiebiger, da hier weniger großflächige Abschattungen stattfinden als in unmittelbarer Nähe des Mt.Kinabalu.

 

Mount Kinabalu

Karte von Sabah. Die Kreise markieren in etwa die Fluggebiete.

 

 

3. Mount Kinabalu. W-Start auf Gipfelplateau. Startplatz-Höhe = 4.050 m. Leicht geneigter Startplatz.

Vorweg: Um den Mount Kinabalu zu befliegen bedarf es Zeit und sehr viel Glück. Zeit um einen Landeplatz zu finden, Zeit um den Berg und die Winde zu studieren und Zeit, um das optimale Wetter abzupassen. Vor 9 Jahren habe ich schon mal vergeblich einen Versuch unternommen, um vom Mt. Kinabalu zu starten. Die ersten Tage bei herrlichem Wetter habe ich zur Landeplatzsuche sowie damit verbracht, das Zeitfenster herauszufinden, in welchem ein Start ohne Wolkenflug erfolgen kann. Innerhalb von 10 – 15 Minuten können sich um den Mt. Kinabalu Wolken bilden und die Sicht ist weg. Seinerzeit gab es beim Aufstieg einen Wetterumschwung. Ich erlebte einen wunderschönen Sonnenaufgang am Gipfel, aber unter mir in etwa 3.000 m Höhe war eine geschlossene Wolkendecke. Beim diesjährigen Besuch herrschte fast die ganze Zeit eine Ostwindlage und somit bin ich schon gar nicht erst aufgestiegen.

Um vom Mt.Kinabalu zu fliegen braucht man eine Genehmigung, welche vom Kinabalu-Park-Office in Kota Kinabalu erteilt wird. Im Park kann man dann Führer (ohne Führer kein Aufstieg) und Träger organisieren. Der Aufstieg dauert 2 Tage. Man startet beim Park-Hauptquartier auf 1.550 m. Von dort geht es durch Bergregenwald zur Power Station, wo der eigentliche Trail beginnt. Kurz nach der Power Station gelangt man zum Carsons Wasserfall. Von hier an beginnt der Weg anzusteigen. Ab etwa 1.800 m kommt man in den Bereich des Nebelwaldes. Die Bäume werden kleiner und krüppeliger. Meterhohe Farne überschatten den Weg.  Rhododendren und Bambus bilden ein fast undurchdringliches Dickicht. Diese Zone reicht bis in Höhen von 3.300 m. Bei einer Höhe von 1.950 m erreicht man den ersten Shelter (= Unterstand mit Zisternen zur Trinkwasserversorgung). Der zweite Shelter liegt auf einer Höhe von 2.134 m, der dritte Shelter auf 2.225 m. Durch Bambuswald gelangt man zum vierten Shelter. Von hier steigt der Pfad ziemlich steil bis zum fünften Shelter auf 2.896 m an. Bei 3.109 m erreicht man den sechsten Shelter. Hier hat man bei gutem Wetter einen tollen Blick auf den Mt. Kinabalu und den größten Teil der ersten Etappe hinter sich. Bei 3.353 m erreicht man das Laban Rata Resthouse, wo man sich Zimmer mieten und Verpflegung kaufen kann. Hier endet dann auch die Vegetationszone. Für diesen Aufstieg muß man etwa 5 – 7 Stunden rechnen. Am nächsten Morgen etwa um 3.00 Uhr beginnt dann der Aufstieg zum Gipfel. Hier benötigt man unbedingt Taschenlampen, da man vielfach an Seilen klettert und der gesamte Aufstieg in der Dunkelheit bewältigt werden muß. Der nächste Rastplatz ist Sayat-Sayat auf 3.810 m. Von dort beginnt das langsam ansteigende Gipfelplateau, wobei man vorbei an den verschiedenen Gipfeln des zerklüfteten Mt. Kinabalu zum Low's Peak, mit 4.101 m dem höchsten Punkt gelangt. Dort hat man dann den höchsten Punkt Südostasiens erreicht. Etwas unterhalb liegt der Startplatz. Direkt neben dem Low's Peak schaut man in eine ca. 1.000 m tiefe Schlucht, und kurz unterhalb des Gipfels liegt ein "Sacrifice Pool" (Opferteich), an welchem früher zu Ehren der Götter Tiere geopfert wurden. Der Mt. Kinabalu wurde erstmals im Jahre 1990 mit Gleitschirmen von zwei Deutschen beflogen.

Landung: Entweder auf dem Fußballfeld in Kp. Kiau in 880 m Höhe (vom Gipfel nicht einsehbar) oder auf Gemüsefeldern in Kundassang auf 1.500 m Höhe.

 

Aufstieg im Nebelwald

 

Laban Rata Resthouse

 

Sayat-Sayat

 

Aufstieg zum Gipfel

 

Gipfel-Plateau

 

 

KÜSTEN-FLUGGEBIETE:

 

1. "Hush-House-Hill".  O, W. Startplatz-Höhe = 280 m. Ausgangspunkt ist die kleine Stadt Tamparuli. Der Berg steht isoliert und ist schon von weitem erkennbar. Er wird von den Einheimischen gerne als Trimm-Dich-Pfad benutzt und gegen Abend sind oft Leute unterwegs. Auf dem Gipfel steht eine Hütte, in dessen Bereich manchmal gerodet bzw. das Grünzeug abgebrannt wird. Da im Gipfelbereich sehr viel Bambus – teilweise auch im Abflugbereich steht, sollte der Aufstieg nicht ohne Machete erfolgen. Wenn man berücksichtigt, daß nach einem 45-minütigem beschwerlichen Aufstieg in größter Mittagshitze und dann nach einer etwa 2-stündigen Startplatzrodung nur ein etwa 3-minütiger besserer Sinkflug als Lohn heraussprang, kann dieser Berg zum "Einfliegen" auf Sabah betrachtet werden.

Landung auf diversen Reisfeldern direkt unterhalb des Berges an der Hauptverkehrsstraße neben Kreisverkehr und Kirche.

 

2. "Rasa-Ria-Brücke". W, NW. Startplatz-Höhe = 180 m. Exponierter Berggrat etwa 1 km lang, ca. 500 Meter vom Meer entfernt, in unmittelbarer Nähe des Golfplatzes vom Rasa Ria Resort Hotel. Liegt etwa 25 km von Kota Kinabalu entfernt. Route zum Rasa Ria Resort ist sehr gut ausgeschildert. Der Berg ist beim Bau der Küstenstraße teilweise abgetragen worden. Um die großen Wassermengen in der Regenzeit abzuleiten, sind  Treppen und Kanäle aus Beton in den Berg eingelassen. Aufstieg auf den Treppen am östlichen Ende der Brücke. Steht der Wind an, kann man schon ab 10.00 Uhr starten und entlang des Grates im thermischen Aufwindband fliegen. Rückwärtsstart erforderlich. Gegen 13.00 Uhr kann der Wind schon so stark sein, daß der Flug abgebrochen werden muß. Landung auf großem Landefeld unterhalb der Straße.

 

2. "Rasa-Ria-Schneise". O, NO. Startplatz-Höhe = 160 m. Schneise an Berg ca. 2 km westlich von Brücke. Berg liegt in Sichtkontakt von Rasa-Ria-Brücke. Die Schneise liegt auf der nördlichen Seite eines Doppel-Bergrückens. Aufstieg über Betontreppe unmittelbar neben der Straße. Dann Fußpfad etwa 700 Meter durch den Dschungel folgen. Immer in Richtung zur Schneise gehen. Der Pfad ist recht schmal und nicht leicht zu erkennen. Unbedingt lange Hosen und Wanderstiefel anziehen, da sehr hohes, dichtes Farn sowie scharfes Bambusgras. Jede Menge Spinnen. Außerdem muß noch eine kleine Schlucht durchquert werden. Wind steht schon ab etwa 10.00 Uhr gut an, wird gegen Mittag immer stärker. Rückwärtsstart erforderlich. Bei meinem Flug im Februar 2002 waren die Bäume und Sträucher im Startbereich fast schon zu hoch. Da der Wind beim Start ziemlich stark war, ging es sofort in die Höhe. Landung auf großem Feld unterhalb vom Berg. Ausweichlandeplatz neben der Straße. Um einen sicheren Start zu gewährleisten muß in jedem Fall der Ausflugbereich aus der Schneise von Sträuchern und Bäumen freigeräumt werden.

 

Insel im Marine-Park

 

 

Weitere Aktivitäten: Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen. Vor Kota Kinabalu liegen etliche Inseln, welche zum Abdul Rahman Marine-Park gehören. Einige Inseln sind klein und kaum besucht und man hat einen wunderschönen Sandstrand für sich alleine. Die vorgelagerten Riffe sind mit bunten Steinkorallen bewachsen, in welchen sich Schwärme von Korallenfischen tummeln. Und mit etwas Glück sieht man auch Warane, welche am Strand nach Eßbarem suchen. Zu den Inseln fahren zu jeder Tageszeit Boote. Entweder man chartert sich ein Fischerboot und handelt individuell den Preis aus mit Angabe der Rückholzeit oder man fährt mit einem Boot der Parkverwaltung, welche etwa alle Stunde fahren (billiger). In Kota Kinabalu gibt es sonst nur noch einen Strand (Sandstrand) – Tanjung Aru – welcher öffentlich ist. Achtung! Auf den Inseln zahlt man Eintritt. Auf einigen Inseln sind Übernachtungsmöglichkeiten geboten. Die größte von ihnen, Pulau Gaya, beherbergt ein schönes Hotel. Alle anderen Strände mit vorgelagerten Riffen im Umkreis von 50 km um Kota Kinabalu gehören zu Resort-Hotels (teuer) und sind deren Gästen vorbehalten. Außerhalb von Kota Kinabalu gibt es nichts. Wer sich also in einem Resort-Hotel einmietet, ist ohne Auto an das Hotel gebunden. (Teures Essen, teure Getränke, Bier = € 5,00, Cola = € 2,50, Abendessen ab ca. € 15,00). Die nächst größeren Städte wie Kota Belud oder Kudat haben auch nur kleine Hotels ohne jeglichen Komfort vorzuweisen und liegen dazu noch meilenweit vom Meer weg. Nachtleben ist nur in den großen Hotels vorhanden. Im Hyatt Regency gibt es den Szene-Treffpunkt, eine Disco-Bar, wo sich die männliche Jugend Kota Kinabalus trifft.  In kleinen Karaoke-Kneipen trifft sich die Jugend der Philippinischen Gastarbeiter, welche in Kota Kinabalu ein großes Viertel mit eigenem Markt bewohnen.

Im Mount Kinabalu Park sowie in dessen Umgebung (Kundasang) sind etliche komfortable und preiswerte Hostels und Lodgen, welche sich auf Besucher eingestellt haben, die entweder den Mount Kinabalu besteigen oder im Park Vögel, Schmetterlinge oder anderes Getier beobachten wollen. Da der Park auf 1.500 Meter Höhe liegt, kann es hier abends empfindlich kalt werden.

Auf der Suche nach weiteren Flugmöglichkeiten fuhr ich noch folgende Routen:

Kota-Kinabalu über Kota Belud bis Rampayan: Um Kota Belud gibt es etwa 200 Meter hohe Hügelketten, ziemlich weit von der Straße entfernt, welche im Gipfelbereich mit Elefantengras bewachsen und somit frei sind, weiter unterhalb sind diese Hügel mit Dschungel bewachsen. Landemöglichkeiten sind spärlich. Reisfelder in der Ebene liegen außerhalb vom Gleitwinkelbereich. Aufstieg über Dschungelpfade.

Kota Belud – Kaung: Unbefestigte Straße entlang eines Flußtales, die später serpentinenartig aufsteigt. Alles dicht mit Dschungel bewachsen. Keine Landemöglichkeiten.

Kundassang – Ranau: Ab Kundassang wird mehr oder weniger intensiv Landwirtschaft in einer Höhe um 1.500 m betrieben. Viele kleine Gemüsebeete, welche sich teilweise terrassenförmig an die Hänge schmiegen. Die Täler sind mit Flüssen durchzogen und bewaldet. Bergrücken mit Elefantengrasbewuchs und somit frei, aber alle sehr weit von der Straße entfernt. Da die Bevölkerung sich mit der Bewirtschaftung sehr viel Mühe gibt, und auf allen Feldern immer irgend etwas wächst, sollte jeder für sich selbst entscheiden, ob er hier landet und sich gegebenenfalls den Unmut der Besitzer auf sich zieht.

Kota Kinabalu – Kinarut: Küstenstraße entlang Mangroven und Sandstränden. Nur bewaldete Hügel.

Kota Kinabalu – Tambunan: Die Route ist zwar sehr schön, und zieht sich langsam in Serpetinen bis auf etwa 2.000 m hoch, aber fast jeder Quadratmeter ist bewaldet. Keine Flugmöglichkeiten.

Wer weitere Infos haben möchte wendet sich per e-mail an: wolfgang.racer@gmx.de

 

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