Nachdem meine letztjährige Lombok-Tour mir sehr schöne Flüge beschert hatte, wollte ich diese Tour wiederholen und die Nordküste Lomboks flugtechnisch weiter erkunden. Beste Reisezeit ist September und Oktober bis Anfang/Mitte November, wobei der Wind gegen Jahresende immer mehr nachläßt. Wie immer habe ich mir durch Malaysian Airlines die 15 kg Sportgepäck für EUR 120,00 Aufpreis bestätigen lassen. Beim Einchecken dann wieder die üblichen Probleme, da ich als Einzelreisender mit 3 großen Gepäckstücken und 56 kg Gewicht aus der Reihe falle. Die Airline ist dann wieder so nett und checkt das gesamte Gewicht ohne Mehrkosten ein. Aber nicht ohne zu erwähnen, daß dies das letzte Mal gewesen sei (das Sportgepäckangebot gibt es ab sofort nicht mehr).
Nach 12-stündigem Flug bis Kuala Lumpur, einem 2-stündigen Aufenthalt dort und einem 3-stündigen Weiterflug bin ich endlich in Bali. Da ich von dort noch den Weiterflug nach Lombok organisieren muß, habe ich in Bali 3 Tage eingeplant. Der Zoll macht wieder Probleme. Sie wollen mich mit meinem Motor nicht einreisen lassen, da sie mir unterstellen, daß ich diesen auf Bali verkaufe. Nach Diskussion und Bilder zeigen darf ich dann doch einreisen. Natürlich wollte ich auch in Bali Motorschirm fliegen und hatte mir als Ziel den Tempel Tanah Lot ausgesucht, welcher an der Westküste Balis liegt. Hotels finden sich in dessen Nähe nicht, da sich das Leben rund um die Hauptstadt Denpasar abspielt. Aus diesem Grunde hatte ich mir das Hotel Legian Beach ausgesucht, welches sich in Legian, dem Nachbarort von Kuta befindet. Von dort aus ist der Tempel etwa 20 Kilometer entfernt und liegt direkt am Strand. Die Strände um Kuta sind bekannt für hohe Wellen und sind ein Surferparadies. Leider kommt der Wind von Land und der Strand ist bei Flut zu schmal für einen Start, dazu von Touristen überfüllt. Also Planänderung. Auf der Straße habe ich mit Verhandlungen über ein geräumiges Auto begonnen, Tagesmietpreis etwa EUR 33,00 (1 EUR = ca. 12.500 Rupiah) inclusive Fahrer.
Montag, 27.08.07: Um 9.00 Uhr wartet mein Fahrzeug auf mich. Zuerst besuche ich ein Reisebüro, wo ich mir meinen Flug nach Lombok auf Mittwoch Morgen reservieren lasse. Hin- und Rückflug kosten etwa EUR 70,00. Dann fahren wir direkt nach Candi Dasa. Nach schneller Fahrt über gut ausgebaute Straßen sind wir schon um 11.00 Uhr in Candi Dasa, wo sich wenig verändert hat. Der Wind weht schön von See her und ich mache mich auf die Suche nach einem Einheimischen, welcher mir als Guide und Träger helfen soll. Dieser ist auch gleich in einem kleinen Lokal mit Billiardspielern gefunden und so marschieren wir los. Mein Träger wundert sich, über meine leichte Gleitschirmausrüstung. Er ist viel schwereres Gepäck gewohnt. Aber da ich ohne Rettung fliege und dazu nur noch das Leichtgurtzeug für Motorschirmflug dabei habe, ist das Gepäck wirklich nicht sehr schwer. Unterwegs stelle ich fest, daß die Affen auch noch da sind und nach etwa 30 Minuten kommen wir oben an. Der Wind steht gut an. Jetzt noch die Leinen soweit gekürzt, daß Fliegen ohne Motor ebenfalls möglich ist und schon kanns in die Luft gehen. Der Startplatz von Candi Dasa ist so eine Art steiler Klippenstartplatz in einer kleinen Schneise welche gerade ausreichend Platz zum Auslegen eines Schirmes bietet und ist von 3 Seiten durch mittelhohe Bäume umgeben. Bei einem Startabbruch landet man folglich immer in einem Baum oder Busch. Deshalb ist es empfehlenswert eine weitere Person dabei zu haben, welche in einem solchen Falle hilft. Ich ziehe den Schirm rückwärts auf und es reißt mich steil nach oben. Ausdrehen am Boden leider nicht möglich. Ich stelle fest, daß ich die Leinen viel zu kurz eingestellt habe und der Schirm deshalb zu stark angebremst fliegt, was auch der Grund für den Senkrechtstart war. Ich fliege direkt aus dem Aufwind heraus aufs Meer und lande wenig später am Strand, wo ich die Leinen dann auf die richtige Länge einstelle. Dann geht es ein zweites Mal auf den Berg, wo der Wind zugelegt hat. Gegen 14.00 Uhr ziehe ich rückwärts auf und es wird ein schöner Start. Der Berg hat etwa eine Breite von 400 Metern, wo es sich im Aufwindband herrlich fliegen läßt. Startüberhöhung von 300 Metern sind mit Thermikunterstützung locker zu erzielen und es ist eine angenehme Fliegerei. Man kann vom Berg wegfliegen, um dann wieder in etwa 100 Meter Höhe am unteren Teil des Berges anzukommen um im Hangaufwind in kürzester Zeit die Ausgangshöhe wieder zu erreichen. Nach 1 Stunde habe ich genug und lande. Mit einbrechender Dunkelheit bin ich dann im Hotel zurück.
Dienstag, 28.08.07: Viel Wind und Wolken. Am Legian-Strand (Westküste) starker Rückenwind und hohe Wellen. Habe mich dann neugierigerweise an den Sanur-Strand (Ostküste) fahren lassen, wo der Wind ideal von vorne kam, leider aber auch dort zu stark. Sanur ist zum Starten mit Motorschirm besser geeignet, da von hier in Richtung Nord die Küste kaum bebaut ist und von Januar bis November die Hauptwindrichtung ebenfalls Südost ist.
Mittwoch, 29.08.07: Schnelles Frühstück und Ausschecken aus Hotel. Dann zum Flughafen. Für 30 kg Übergepäck zahle ich EUR 15,00. Abflug 9.20 Uhr, Ankunft 9.45 Uhr. Die 30 Minuten Fahrt mit Taxi vom Flugplatz nach Senggigi kostet EUR 5,00. Dort gleich Einchecken und zur Autovermietung um die Ecke. Die Verhandlung ist nicht einfach, da die Autos hier um einiges teurer zu haben sind als auf Bali. Dazu hätte ich gerne ein geräumiges Auto mit Allradantrieb. Schlußendlich einigen wir uns auf EUR 30,00/Tag für 12 Tage incl. Fahrer, wobei der heutige Tag nicht mitgerechnet wird. Der Fahrer, sein Name ist Ram, fährt mich zum Hotel zurück, wo ich sofort die komplette Ausrüstung hole und diese im Auto verstaue. Dann geht es los in Richtung Startplatz vom Vorjahr. Während der Fahrt stelle ich fest, daß der Wind immer mehr zulegt und von Land her weht. Der Startplatz liegt etwa 600 Meter von der Straße weg an einer kleinen Landzunge. Ich sage Ram, daß er hier warten soll, während ich an den Strand marschiere um die Windstärke zu prüfen. Der Wind ist definitiv zu stark. Ram hat zwischenzeitlich das Auto von der Straße in einem sandigen, schattigen Palmenhain geparkt und ich nutze dies für einen Zusammenbau des Motors. Dabei stelle ich fest, daß irgend etwas dermaßen verbogen ist, daß ein Zusammenbau unmöglich erscheint. Es haben sich jetzt schon wieder eine große Menge Leute um mich geschart, und ich kann nicht mehr in Ruhe überlegen. Ich sage Ram, er soll doch die Leute zurückdrängen, da ich überlegen muß, wo der Fehler liegt. Aber bei diesem Gedränge kann ich beim besten Willen nicht erkennen, was denn jetzt genau dermaßen stark verbogen ist. Also lasse ich Ram bei den Leuten anfragen, ob sie nicht eine Werkstatt kennen, welche mir hier helfen könnte. Wir packen alles zusammen und wollen losfahren – leider steckt jetzt das Auto im Sand fest. Jetzt kommt es uns gelegen, daß so viele Leute da sind, denn die schieben uns jetzt aus dem Treibsand heraus. Ganz in der Nähe im nächsten Ort halten wir an einer Eisenbiegerwerkstatt an. Wir laden den Motor aus, legen ihn auf den Boden mitsamt dem Käfig und der Meister und ich brüten darüber, was denn jetzt so verbogen sein kann, daß nichts mehr paßt. Ich bin mit meinem Latein am Ende, denn entweder der Käfig oder das Gestell des Motors sind um mindestens 10 cm verbogen. Komischerweise paßt der Käfig einwandfrei zusammen, da noch brandneu – aber eben ohne Motorgestell. Nach kurzer Pause erklärt mir dann der Meister, daß der Käfig verbogen wäre. Mit 4 Mann sowie einer langen Eisenstange wird gebogen. Ich kann nicht mehr hinsehen, so sehr wird am Motor und Käfig herumgezerrt. Aber so oder so ist ein Flug mit solch einem verbogenen Teil nicht möglich. Die Biegerei erweist sich als sehr schwierig, anstrengend und zeitaufwendig. Nach über 1 Stunde biegen paßt es immer noch nicht richtig. Jetzt treffen noch zwei Freunde vom Chef ein, welche sich wohl zu einem Plausch verabredet haben und ich merke, daß der Chef jetzt keine große Lust mehr hat. Alle sind total verschwitzt. Nach einer langen Pause helfen dann auch noch die Kumpels mit und irgendwann paßt Motor und Käfig wieder einwandfrei. Ich bin erstaunt und happy und gebe für die Arbeit 10 Euro, welches mit einem großen Dankeschön quittiert wird. Die Zeit ist wie im Fluge vergangen und es wird schon dunkel und so fahren wir ins Hotel zurück. Meine Ausrüstung lasse ich im Auto, da mir Ram versichert, daß nichts wegkommt.
Donnerstag, 30.08.07: Während Bali mit Touristen überlaufen ist, ist hier auf Lombok von Tourismus kaum etwas zu sehen und das Wenige spielt sich in Senggigi ab. Die Transporte werden mit Pferdefuhrwerken erledigt, wobei es sich um eine kleinwüchsige aber zähe Pferderasse zu handeln scheint. Es ist schönes Wetter, fast wolkenloser Himmel, aber Starkwind. Um 9.00 Uhr starten wir Richtung Norden. Während der Fahrt stelle ich wieder fest, daß der Wind an Stärke noch zunimmt und in Böen von den Bergen Richtung Meer weht. Bei einem Stopp sehe ich, daß gerade Kokosnüsse geerntet werden und ich kaufe mir eine. Da ein Flug bei diesen Bedingungen aussichtslos erscheint, sage ich Ram, daß wir eine Tagestour um die Nordspitze der Insel herum in Richtung der Stadt Labuhan Lombok machen. Ram ist nicht begeistert, denn die einfache Strecke soll etwa 4 Stunden dauern. Während der Fahrt stelle ich fest, daß je weiter nördlich wir kommen, der Wind immer mehr nachzulassen scheint und von See her kommt. Leider werden auch die Strände immer schmaler (um die Stadt Selengan) so daß ein Start nicht möglich wäre. Wir stoppen an einem Firmengrundstück, welches terrassemförmig bis zum Strand hin eine Betonfläche in Größe eines halben Fußballfeldes hat und sich für einen Start eignet. Hier werden große Granitbrocken in kleine Steinchen zerkleinert und in Säcke abgepackt. Der Wind ist zwar noch zu stark für einen Start, aber die Einheimischen erzählen mir, daß der Wind spätestens gegen 15.00 Uhr nachlassen würde. Somit baue ich meinen Motor in der schattigen Verpackerei zusammen, auch um zu prüfen ob alles nach der gestrigen Reparatur noch passt. Gegen 14.00 Uhr hat dann der Wind soweit nachgelassen, und ich starte rückwärts vom Strand und fliege Richtung Norden. Bei der Rückkehr nach etwa 80 Minuten werde ich mit viel Gejohle vom halben Dorf begrüßt. Ram habe ich dann gleich zum Tanken geschickt – aus der Luft konnte ich in der Nähe eine Tankstelle ausmachen. Der Wind hat sich dann soweit gelegt, daß ich vorwärts starten konnte. Ich lege den Schirm auf der betonierten Terrassenfläche aus und renne beim Start über die Terrassen Richtung Strand. Mein Flug führt mich dann in die entgegengesetzte Richtung nach Süden zur Stadt Tanjung. Unterwegs legt der Rückenwind immer mehr zu. Bei Tanjung habe ich 52 km/ Speed und drehe um. Der Rückflug wird dann auf einmal turbulent und mit etwa 16 km/h komme ich nur sehr langsam voran. Gegen 17.00 Uhr bin ich dann nach einer Flugzeit von 82 Minuten zurück.
Freitag, 31.08.07: Abfahrt um 8.30 Uhr bei schönem Wetter und etwas weniger Wind als gestern. Habe Ram von dem schönen Strand in der Nähe von Tanjung erzählt, von welchem ich schon letztes Jahr gestartet bin. Dieser ist kaum zu finden, biegt doch mitten in Tanjung eine sehr schmale einspurige Straße durch ein Wohngebiet ab und führt dann als Sandpiste an Kokosplantagen entlang direkt zum einsamen Strand mit vorgelagertem Riff. Dort angekommen weht ein leichter Wind und ich sage Ram, daß ich von hier bis zu unserem gestrigen Startplatz der "Steinfabrik" fliegen möchte, wo er auf mich dann warten soll. Bei diesem leichten Wind ziehe ich den Schirm gegen 10.00 Uhr vorwärts auf und hebe voll beladen und betankt erst kurz vor dem Wasser ab. Dann baue ich Höhe bis etwa 100 Meter auf und gehe auf Strecke. Es wird ein sehr ruhiger Flug und mit leichtem Rückenwind ist die Distanz von etwa 35 km in rund 40 Minuten geschafft. Ram ist noch nicht eingetroffen und so fliege ich weiter Richtung Norden, wo die Küste jetzt in eine Steilküste übergeht. Der Landbereich um die Steilküste ist mit dichtem Buschzeug bewachsen. Auf dem Rückflug entdecke ich eine weitere sogenannte "Steinfabrik" welche sich als Startplatz für weitere Expeditionen Richtung Norden eignen würde sowie einen schönen Strand mit vorgelagertem Riff im klaren Wasser. Um den Weg dorthin zu erkunden fliege ich ins Landesinnere und merke mir markante Punkte. Nach weiteren 90 Minuten bin ich dann zurück am Treffpunkt "1. Steinfabrik", wo das halbe Dorf mein Eintreffen erwartet. Nachdem die Ausrüstung im Auto verstaut ist, machen wir uns auf die Suche nach dem schönen Strand, welchen ich aus der Luft gesehen habe. Da die Straße jetzt aber weit im Landesinnern verläuft, ist dieser nicht zu finden. Auch mit der Suche nach der "2. Steinfabrik" tun wir uns schwer, biegt die Straße doch jetzt noch mehr ins Landesinnere und Richtung Berge ab. Ram ist auch schon müde und erzählt mir, daß die Straße jetzt nur noch weitab der Küste entlangführt. Auch die mir gerade zur Verfügung stehende grobe Landkarte der Autovermietung zeigt nichts mehr Genaues. Nach langem Suchen in einigen Sackgassen finden wir doch noch eine "Steinfabrik". Was von oben als guter Startplatz ausgesehen hat, ist jetzt bei näherer Betrachtung doch nicht mehr so optimal, denn direkt nach Ende des Betonfeldes Richtung Strand ist Schotter aufgetürmt und im weiteren Verlauf folgen Büsche. Dazu ist der gesamte Platz an drei Seiten von hohen Palmen begrenzt. Der Wind kommt leicht schräg aus Süden und wird durch die Bäume und Büsche etwas verwirbelt. Da er im Moment noch zu stark weht, legen wir eine Mittagspause am Strand ein. Mit Ram vereinbare ich derweil, daß er mich entweder an der "1. Steinfabrik" oder am Tanjung-Strand erwarten soll. Gegen 14.30 Uhr lege ich den Schirm am Ende der betonierten Fläche aus, ziehe rückwärts auf und starte. Ganz knapp komme ich gerade noch über die Büsche weg. Zuerst fliege ich Richtung Norden. Die Luft ist einigermaßen ruhig und ich fliege in 40 Metern Höhe auf Baumwipfelhöhe. Entlang der Steilküste werde ich von einem Seeadler begleitet, welcher auf gleicher Höhe neben mir über Land herfliegt. Auch ein größeres Boot fährt mit mir um die Wette, hat aber keine Chance. Nach etwa 40 Minuten habe ich die "1. Steinfabrik" erreicht und halte nach Ram Ausschau, baue Höhe auf, sehe ihn aber nicht und fliege weiter. Je weiter südlich ich komme, desto stärker wird der Gegenwind und voraus im Bereich der Berge stehen Wolken. An Landzungen, welche bis zu 1 km ins Meer reichen sehe ich anhand der Strömung, daß es auch im Wasser turbulent zugeht und jetzt vermehrt auch in der Luft. Ich umfliege jetzt solch eine Landzunge und steige auf 120 Meter, aber auch dort ist es bockig und mein GPS zeigt gerade noch um die 10 km/h Fahrt über Grund. Ich steige in den Beschleuniger, was etwa 8 km/h mehr bringt. Die nächste vorausliegende Landzunge kenne ich noch vom letzten Jahr. Da geht es immer bockig zu, da diese im Bereich der Berge liegt, von wo der überregionale starke Südwind herunterfällt und sich mit dem Seewind vermischt. Hinter der dann folgenden Landzunge ist dann schon mein Ziel, der Tanjung-Beach. Aber die Palmen unter mir biegen sich sehr, sehr stark und unter diesen Bedingungen möchte ich auf keinen Fall am Strand landen. Zwischenzeitlich hat sich das Fliegen zu einem Rodeo entwickelt und ich habe Mühe, den Schirm offen zu halten. Ich entschließe mich zu einer Landung, aber damit Ram mich findet, muß ich in der Nähe der Straße landen, welche etwa 3 km entfernt im Landesinnern verläuft. Zum Glück gibt es hier jede Menge Reisfelder, von welchen gerade einige abgeerntet werden. Ich fliege landeinwärts, und komme kaum mehr voran. Im Bereich von Baumketten geht es besonders turbulent zu. Trotz Vollgas drückt mich der Wind nach unten, während es über den Bäumen wieder nach oben geht und dahinter sofort wieder nach unten. Es bockt wie wild und ich möchte jetzt nur noch landen. Über die nächste Baumkette komme ich mit Vollgas und Sinken gerade noch hinweg und dahinter ist auch ein abgeerntetes Reisfeld, wo Leute arbeiten. Mit starkem Sinken geht es nach unten und ich habe alle Mühe mit dem Schirm. Kurz vor dem Aufsetzen kann ich gerade noch den Motor ausschalten, bevor mich der starke Wind umreißen will. Die Leute, welche auf dem Feld gearbeitet haben, helfen mir den Schirm aus den Stoppeln zu ziehen und einem jungen Mann lade ich den Motor auf den Rücken. An der nahen Straße hat sich der erste Stau gebildet und aus allen Richtungen kommen Leute und Kinder gerannt um das Ereignis zu bestaunen. Jeder möchte mir beim Tragen helfen und so werde ich auf dem schmalen Damm zwischen den Reisfeldern Richtung Straße geschubst, wo ich die Ausrüstung abstellen lasse. Ich bin in mehreren Reihen umringt von Kindern und Erwachsenen und jeder möchte den Schirm, Motor, Leinen anfassen. Einige möchten daß ich fotografiere und verwechseln das GPS mit einem Fotoapparat. Leider habe ich keinen Foto dabei. Für die gesamte Flugstrecke habe ich etwa 80 Minuten benötigt. Trotz Abendsonne läuft mir der Schweiß in Strömen, da hier an der Straße kein Baum ist, welcher Schatten spenden könnte. Die Straße ist jetzt dicht. Es hat sich in beiden Richtungen ein Stau gebildet, da immer mehr Leute aus dem nahen Tanjung heranströmen. Leider kann niemand Englisch und mein Handy hat keinen Empfang. Jetzt ist die Polizei mit 2 Mann eingetroffen, welche von mir Auskunft verlangt, warum und wieso ich gerade hier an der Straße gelandet bin. Einer der Polizisten hat mit seinem Handy Empfang, aber Ram antwortet nicht. Die Polizei lenkt mit viel Trillerpfeifeneinsatz den Verkehr und möchte, daß ich sie zur Wache nach Tanjung aufs Revier begleite, damit sich der Stau auflöst. Ich sage ihnen, daß mein Fahrer in den nächsten Minuten eintreffen wird und so kümmern sie sich wieder um die Verkehrsleitung. Ram kommt aber nicht bei. Ich schwitze stark und es kommen immer noch mehr Leute hinzu, da viele Fahrzeuge anhalten und parken. Jetzt ist auch noch ein fahrender Imbißhändler eingetroffen und hat sich in meiner Nähe postiert. Wenn der jetzt noch mit dem Verkauf anfängt, dann gute Nacht. Die Polizei bittet mich ein weiteres Mal doch mit zu ihnen aufs Revier zu kommen. Aber das lehne ich ein wieder ab. Lieber bleibe ich in der Menge noch eine Weile stehen und schwitze bei meinem Equipment. Endlich kommt Ram. Die Polizei sperrt die Straße, damit wir den Käfig demontieren und den Schirm etc. einladen können. Dann verteile ich noch Trinkgelder an die Leute, welche mir beim Tragen geholfen haben. Aber das ist wie beim Hühnerfüttern. Aus allen Richtungen kommen Hände und grabschen nach dem Geld. Ich mache daß ich ins Auto komme und bin total geschafft durch das Herumstehen in der Hitze.
01.09.2007: Abfahrt um 9.00 Uhr zum Tanjung-Strand. Dort ist ein mäßiger Wind von See her. Mit Ram vereinbare ich, daß er an der "1. Steinfabrik" auf mich warten soll. Gegen 10.30 Uhr Vorwärtsstart mit Kamera. Der Berg Rinjani ist heute ausnahmsweise mal nicht in Wolken und so fliege ich vor seinem Panorama bis zu einer Flußmündung, in deren weiteren Verlauf der Strand sehr schmal wird. Dort wende ich und fliege zurück zum vereinbarten Treffpunkt "1. Steinfabrik" wo das halbe Dorf wieder auf mich wartet. Wir packen schnell zusammen und fahren an einen wunderschönen einsamen Strand, welchen ich von oben entdeckt habe. Dort gehe ich Schnorcheln, während Ram ein Schläfchen hält. Danach fahren wir wieder zur "1. Steinfabrik" von wo aus ich dann den Rückflug zum Tanjung-Strand starte. Mit leichtem Rückenwind bin ich schnell und ruhig unterwegs. Dies ändert sich kurz vor Tanjung, denn dort an den Bergen stehen wieder dunkle Wolken und der Wind kommt thermisch von Land und vermischt sich wieder mit dem Seewind und es bockt heftig. Bei starkem Wind lande ich nach etwa 45 Minuten am Strand. Ram ist noch nicht da und so packe ich zusammen. Nach einer weiteren halben Stunde ist der Wind fast eingeschlafen.
02.09.2007: Abfahrt um 9.00 Uhr zum Tanjung-Beach. Dort Wind weht parallel zum Strand aus südlicher Richtung. Rückwärtsstart um 10.30 Uhr. Ram soll wieder an der "1. Steinfabrik" auf mich warten. Ich baue Höhe auf und fliege überm Meer Richtung Süden. Die Palmenhaine werden jetzt durch große Reisflächen abgelöst und der starke Bergwind vermischt mit Thermik stößt wieder auf den Seewind, was sich in kräftigen Trubulenzen und starkem Steigen auf mich auswirkt, obwohl ich weit draußen überm Wasser fliege. Es bockt so heftig, daß ich überlege umzukehren. Anhand vieler Windfähnchen (Vogelscheuchen) in den Reisfeldern erkenne ich aber, daß etwa 2 Kilometer voraus der Wind von See her kommt und so fliege ich Rodeomäßig weiter. Dann wird es zunehmend ruhiger. Mit dem Foto mache ich Bilder bis die Karte voll ist. Der heutige Flug wird sehr weit. Er bringt mich bis zur nördlichsten Spitze Lomboks wo ein Leuchtturm steht, welchen ich als Wendemarke benutze. Zurück am Treffpunkt "1. Steinfabrik" ist dort kräftiger Wind. Nach der Landung bauen wir gleich zusammen und fahren weiter Richtung Norden, da ich aus der Luft eine weitere Steinfabrik mit guter Startmöglichkeit ausgemacht habe, von wo aus ich die Küste weiter Richtung Norden/Osten umrunden möchte. An der Steinfabrik kommen wir gegen 13.30 Uhr an. Der Wind weht stark von See her und an den Wolken sehe ich, daß der Höhenwind aus entgegengesetzter Richtung kommt. Wir warten am Strand, bis der Wind sich legt. Eine Stunde später ist es dann soweit. Ich mache mich startklar, ziehe rückwärts auf und komme trotz optimalem Wind gerade so über die Büsche am Strand weg. Mit kommt es dabei vor, als ob der Motor nicht mehr richtig zieht. Ich fliege Richtung Norden, und dann am Leuchtturm vorbei. Die Palmen reichen jetzt bis zum Wasser und im weiteren Verlauf folgt wieder eine dicht bewachsene Steilküste. Sicherheitshalber steige ich jetzt auf 120 Meter und meine dabei festzustellen, daß der Motor jetzt wirklich nicht mehr einwandfrei zieht. Ich drehe um. Nach ein paar Minuten geht plötzlich die Drehzahl zurück. Ich gehe vom Gas, gebe wieder Gas und alles scheint wieder normal. Gleich darauf wieder Drehzahl-Abfall. Jetzt weiß ich daß ich nicht mehr weit kommen werde, denn das hört sich nach defekter Zylinderkopfdichtung an. Während ich noch Ausschau nach einer Landemöglichkeit auf der Steilküste halte, geht plötzlich der Motor aus. Für große Überlegungen bleibt keine Zeit mehr. Voraus ist eine kleine Freifläche, welche ich gerade noch erreiche. Dort mache ich eine schnelle, saubere Landung. Noch bin ich alleine. Aber nicht mehr lange. Von überall her kommen Leute gerannt. Ich hänge noch am Schirm, und bin schon in Viererreihen umringt. Da niemand Englisch kann, hole ich mein Handy heraus – und stelle fest – kein Empfang! Jetzt ist jemand eingetroffen, welcher ein wenig Englisch kann und frägt mich nach meinem Handy-Provider. Ich habe ja keine Ahnung, daß in diesem Distrikt von Lombok nur dieser Provider und in jenem Distrikt ein anderer Provider zuständig ist ... volle Scheiße. Ich halte mein Handy hoch und frage wer noch eines hat – und siehe da – jemand hat noch eines. Wir rufen Ram an und geben den Standort durch. Jetzt möchten die Leute alles wissen, natürlich auch warum ich gerade hier gelandet bin. Ich zeige auf den Motor, wo Öl ausgetreten ist. Dann lasse ich die Leute stehen und packe den Schirm zusammen. Jemand fragt mich beiläufig, ob ich denn eine Reparatur möchte. Da ich beschäftigt bin, sage ich "ja natürlich" und packe weiter den Schirm zusammen. Im Augenwinkel sehe ich, wie die Schar von Leuten inclusive mein Motor den Standort wechselt Richtung Schatten. Der Besitzer des Grundstückes ist auch eben eingetroffen und stellt mir die gleichen Fragen, warum ich denn gerade auf seinem Grundstück gelandet bin. Es ist mal wieder alles sehr hektisch. Ich schwitze wie verrückt. Auf einmal sehe ich, wie sich Leute am Motor zu schaffen machen. Ich lasse den Schirm liegen um zu sehen was da läuft und glaube es kaum. In der Hitze und dem Staub hat schon jemand angefangen, den Zylinderkopf herunterzuschrauben. In diesem Staub ist das ja wie eine Operation am offenen Herzen. Ich schreie STOP und alles schaut mich entgeistert an und jemand sagt mir auf Englisch, daß ich doch Reparatur wollte! Ich bin sprachlos und antworte dann, aber nicht hier, sondern in einer Werkstatt. Diese ist nicht weit weg und ein Helfer nimmt den Motor auf den Rücken, besteigt sein Moped und fährt los. Die Meute und wir im Auto hinterher. In der Werkstatt sieht es auch nicht viel anders aus als auf dem Landeplatz. Nur besteht der Boden hier nicht aus Sand sondern aus festgetretenem Lehm. Mir ist alles egal, denn ich bin müde und die Leute müssen ja wirklich Ahnung haben bei so vielen Mopeds welche hier herumfahren. Ich mache Fotos und kaufe mir an einem kleinen Laden was zu knabbern und trinken. Ich werde begafft und gaffe zurück, mache Fotos und lasse mich fotografieren, was den Leuten gefällt. Ab und zu sehe ich nach dem Motor und begutachte die Arbeit. Da keine Dichtung für den Solo-Motor greifbar ist, wird die alte Dichtung geflickt. Daß das nicht lange halten wird, ist mir jetzt schon klar, aber was soll ich machen. Hier auf Lombok ist so eine Dichtung nicht erhältlich. Wir machen einen Probelauf und der Motor bringt Power wie zuvor. Ich gebe umgerechnet 8 Euro und die Leute freuen sich riesig. Bei der Demontage des Käfigs für den Transport stelle ich fest, daß der Meister diesen vernietet hat. Er hat es eben gut gemeint. Also werden die Nieten wieder herausgebohrt. Heute ist Sonntag und somit mächtig was los. Alles spielt sich auf der Straße ab – auch das Picknick. Da muß man dann drum herumfahren und auch den Gegenverkehr beachten. Dann werden wir noch von zwei Hochzeitszügen gestoppt, welche mit Musik und Trommeln die Straße blockieren und ich zum Mitfeiern eingeladen werde. Und so viele Kinder – zu zwei Drittel Mädchen.
03.09.2007: Vorneweg – es wird ein Scheiss-Tag. Am Senggigi-Strand ist schon sehr starker Südwind und bei Ankunft am Tanjung-Beach auch dort starker Wind. Aber das muß ja nichts heißen. Mit Ram vereinbare ich daß er mich an der "1. Steinfabrik" erwarten soll. Rückwärts geht es dann raus gegen 10.20 Uhr. Da ich den reparierten Motor auf Haltbarkeit testen muß, steige ich mit Vollgas auf etwa 150 Meter. Der Motor läuft prima und so gehe ich auf Strecke. Nach 20 Minuten stelle ich einen ganz leichten Leistungsabfall fest und nach 35 Minuten bin ich schon am vereinbarten Treffpunt Steinfabrik angekommen. Ich kreise und bin am überlegen, ob der Leistungsabfall nicht doch eine Täuschung war, als plötzlich der Motor ausgeht. Es reicht gerade noch für eine Kurve und ich lande am Strand. Mein Handy habe ich im Hotel vergessen. Aber da schon wieder viele Leute um mich herum sind, ist auch ein Handy schnell gefunden und wir rufen Ram an. Bis dieser eintrifft packe ich meinen Schirm zusammen. Die Reparatur von gestern war sauber ausgeführt, aber eine gerissene Dichtung läßt sich eben nicht flicken. Ram meint, daß wir es mal in Mataram, der Inselhauptstadt versuchen sollen. Diese liegt aber einfache Strecke 4 Stunden entfernt. Also starten wir dorthin, kommen aber druch viel Verkehr nur ganz langsam voran. Unterwegs passieren wir eine Toyota-Werkstatt, wo wianhalten. Leider spricht niemand Englisch und Ram versteht mich auch nicht immer richtig. Er kennt aber das Problem und übersetzt es der Mannschaft und die fängt gleich an zu arbeiten. Es sind 5 junge Kerle und es geht professionell zu. Die Dichtung ist jetzt komplett kaputt. Die Jungs meinen, daß diese dennoch hält. Anschließend gebe ich ein paar Minuten Vollgas und der Motor geht wieder aus. Zu allem Überfluß ist jetzt auch noch ein Gewinde unbrauchbar und wir müssen jemanden suchen, welcher ein neues Gewinde hineindrehen kann. Eine schwierige und sehr präzis auszuführende Arbeit, welches sich die Jungs nicht zutrauen. Aber sie kennen eine andere Werkstatt, wo dieses gemacht werden kann. Da fahren wir dann hin. Dort sieht es dann aus wie auf dem Schrottplatz und wieder spricht niemand Englisch. Aber der Meister traut sich die Reparatur zu, was mir Ram übersetzt. Was bleibt mir auch anderes übrig. Schon nachdem der Zylinder abgeschraubt ist, sagt er mir, daß es nur funktionieren wird, wenn wir ohne Dichtung arbeiten. Da stimme ich ihm zu. Die weiteren 3 Stunden verbringe ich mit Zusehen und stelle fest, daß der Mann sehr sauber, und konzentriert arbeitet. Er dreht an der Werkbank eine neue Schraubenführung, bohrt ein größeres Loch in den Motorblock etc. Um 15.00 Uhr ist dann endlich der Zylinder wieder drauf und ich mache Probelauf. Der Motor hält, hat aber etwas weniger Leistung. Wir fahren wieder zur Steinfabrik, wo der Wind viel zu stark bläst und auch nicht nachläßt. Als wir sehr spät Tanjung passieren, meine ich daß der Wind nachgelassen hat und wir fahren dort an den Strand.,wo er aber doch noch stark bläst. Der Wind kommt böig aus Süd quer zum Strand. Ich starte rückwärts raus, der Motor bringt nicht volle Leistung, der Schirm trägt nicht richtig und ich muß auch noch über aufgetürmtes Korallengestein wegrennen. Dabei höre ich ein seltsames Geräusch und da ich kurz vor dem Wasser bin und noch nicht abgehoben habe, mache ich vorsichtshalber einen Startabbruch gerade noch vor dem Wasser. Ich stehe noch im Trockenen, aber der Schirm überholt mich und landet im Wasser. Dort wird er von Wellen mit Sand gefüllt und so ziehe ich einen Sandsack an Land. Gestern habe ich mit Udin einen freundlichen jungen Mann kennengelernt, welcher mir jetzt hilft, den Schirm aus dem Wasser zu fischen. Wir holen so gut es geht den Sand heraus, dann ziehe ich den Schirm im nachlassenden Wind einigermaßen trocken. Um diesen anschließend ganz trocken zu bekommen, mache ich einen Vorwärtsstart und renne wie verrückt den Strand entlang bis ich endlich abhebe. Als ich nach oben schaue stelle ich fest, daß ich mit vielen Kilos Sand als Ballast fliege. Zu allem Überfluß ist der Wind in geringer Höhe immer noch sehr stark und turbulent und ich habe Mühe, den Schirm am Fliegen zu halten. Ich fliege ein drei, vier Runden, lande und versuche bis zur Dämmerung so viel Sand wie möglich zu entfernen.
04.09.2007: Im Schirm ist immer noch viel Sand. Schon um 8.30 Uhr bin ich auf der Rasenfläche des Hotels damit beschäftigt, diesen aus dem immer noch nassen Tuch herauszubekommen, was leider nicht einfach ist. Um 10.00 Uhr bin ich endlich fertig und total verschwitzt. Aber wir fahren gleich los. Gegen 11.30 Uhr sind wir dann am Tanjung-Beach wo der Wind grenzwertig stark weht. Rückwärtsstart, aber der Schirm trägt kaum und trotz des starken Windes muß ich rennen bis ich abhebe. Mit 14 km/h komme ich voran. Sicherheitshalber steige ich auf 200 Meter und fliege über Wasser Richtung "1. Steinfabrik". Unter Wolken geht es rauf trotz Fluges über Wasser. Da der Motor gut läuft bin ich an der Steinfabrik vorbei bis zur Wendemarke Leuchtturm geflogen und dann zurück am Strand der "1. Steinfabrik" nach 90 Minuten gelandet. Anschließend ging es zu einem einsamen schönen Strand zum Schnorcheln. Im weiteren Tagesverlauf hat es immer weiter zugezogen und schließlich fing es an zu regnen.
05.09.2007: Ankunft um 10.00 Uhr am Tanjung-Strand. Dort ist nur leichter Wind und so starte ich vorwärts und habe gleich einen Fehlstart. Nach erneutem Start, Flug in die andere Richtung nach Süden und dort über eine Landzunge zum Sheraton-Hotel geflogen. Anschließen Weiterflug nach Norden bis zum Leuchtturm und da der Motor so gut läuft, bis etwa nach Babutung. Hier gibt es nur noch etwa 20 Meter hohe Klippen und keine Landemöglichkeit. Nach 2 Stunden, 24 Minuten bin ich dann am Treffpunkt "1. Steinfabrik" gelandet. Ein wunderschöner Flug. Da der Wind immer noch leicht weht, schicke ich Ram zur Tankstelle und nach dem Auftanken starte ich wieder vorwärts. In der Luft stelle ich fest, daß sich ein kleiner Ast in den Leinen verfangen hat und der Schirm dadurch einseitig angebremst fliegt. Ich fliege ein paar Kilometer bis zu einem Flußdelta, lande dort, entferne den Ast und starte wieder rückwärts raus. Schon nach 47 Minuten bin ich am Tanjung-Strand, fliege noch ein paar Runden und lande. Dies war bisher der beste Flugtag des ganzen Urlaubes. Bin so etwa 80 Kilometer geflogen.
06.09.2007: Heute checke ich aus dem Senggigi-Beach-Hotel aus und wechsle an die Südküste nach Kuta ins Novotel Coralia. Ram holt mich um 9.00 Uhr ab und wir fahren an den Tanjung-Beach. Unterwegs erkläre ich ihm, daß ich plane um die Insel herum so weit zu fliegen, bis ich wieder die Straße erreiche. Ram gibt zwar zu verstehen, daß er das so verstanden hat, ist während der Fahrt aber ganz ruhig. Aber ich habe ja Handy dabei und bis jetzt war auch immer jemand bei einer Landung in der Nähe. Wir fahren bis zur "1. Steinfabrik" , wo ich rückwärts gegen 11.30 Uhr starte. Der Himmel ist teilweise bedeckt und mit Gegenwind komme ich mit 24 km/h voran. So passiere ich den Leuchtturm, die nachfolgenden engen Sandstrände und komme dann an die unlandbare Steilküste. Sicherheitshalber steige ich auf 250 Meter, komme dort aber voll beschleunigt mit 12 – 14 km/h nur langsam voran. Die Straße im Landesinnern hat sich Richtung Berge verabschiedet und weit voraus sehe ich eine große Flußmündung mit zwei betonierten Flächen. Es müßte sich dabei um Obel-Obel handeln. Dort endlich angekommen sehe ich keine Straße sondern nur ein großes Nichts. Nach der Flußmündung werden die Steilklippen durch vorgelagerte Berge abgelöst, welche ebenfalls bis zum Meer reichen und eine Landung dort ist noch weniger möglich als etwa auf einer Steilklippe in Büschen. Ich drehe um und fliege ins Landesinnere auf den nächsten Ort zu, wo ich auf dem staubigsten Platz von Lombok bei sehr starkem Wind lande. Der Platz gehört zu einer Schule. Schon von weitem werde ich gesichtet und nach der Landung von unzähligen Kindern und Erwachsenen umringt. Dann habe ich erst mal den Schirm soweit möglich zusammengerafft, da mir die Kinder ständig auf den Leinen herumgetrampelt sind. Zu meiner Überraschung konnten alle Schüler Englisch und wiesen mich darauf hin, daß ich am jetzigen Standort in einem Funkloch stehe. So führten sie mich zum Ende der Staubpiste und ich gab einem Schüler mein Handy, damit dieser Ram meinen Aufenthaltsort durchgeben konnte. Auf der nahegelegenen Straße hatte sich wieder der übliche Stau gebildet und die Polizei war auch schon da, welche ich zur Bewachung meiner Ausrüstung abstellte. Durch den vielen Staub sah sowohl ich als auch die Ausrüstung aus wie die Sau. Durch die vielen Leute, welche das Auto umlagerten war es dann auch kaum möglich, den Käfig zu demontieren. Zu allem Überfluß habe ich in der Hektik den Tankdeckel nicht richtig verschraubt, so daß unterwegs Benzin auslief und mir meine Ausrüstung durchtränkt hat. Dazu ist eine Ölflasche undicht – und jetzt ist die totale Sauerei im Auto. Als ich dann noch feststellen durfte, daß die Straße etwas im Landesinnern direkt an diesem Ort Obel-Obel verläuft, war ich vollends sauer. Diese Straße hatte ich beim Flug aus der Luft leider nicht gesehen. Kein Wunder, denn sie ist jetzt sehr schmal, und ist kaum breiter als eine Fahrspur. Im weiteren Verlauf kommt dann der schon zuvor beschriebene Berg, welcher als Klippe bis zum Strand reicht, aber danach sind wieder Sandstrände bis zur Stadt Labuan Lombok. Hätte ich diese Strecke vorher schon mal mit dem Auto befahren, wäre ein Flug bis weit hinter Labuan Lombok möglich gewesen, zumal der Wind jetzt an der Ostküste wesentlich schwächer als an der Nord-Westküste bläst. Gegen 17.00 Uhr hatten wir die Insel dann umrundet und sind in Kuta eingetroffen.
07.09.2007: Mit Fliegen an der Südküste liege ich voll daneben. Schon morgens um 7.00 Uhr viel zu starker Wind. Das Hotel ist zwar erste Klasse und umfaßt ein riesiges Areal, aber da es etwa 2 km außerhalb des Ortes Kuta liegt ist man doch sehr gebunden und die Preise für Essen und Getränke sind diesem Umstand angepaßt. Im Gegensatz zu Lomboks Norden ist die Küste hier bergig mit sehr schönen Buchten und wunderschönen feinsandigen Stränden. Kuta gilt auch als Surferparadies. Ram holt mich um 10.00 Uhr ab. Er meint einen Strand zu kennen, welcher soweit von Bergen geschützt wäre, daß Fliegen möglich sei. Nach etwa 30 Minuten Fahrt sind wir da. Der Wind bläst aber so stark, daß außer Schwimmen und Schnorcheln absolut gar nichts möglich ist. Sind dann nach einer kleinen Sigthseeing-Tour wieder zurück ins Hotel. Anschließend Relaxen am Strand.
08.09.2007: Abfahrt um 7.30 Uhr. Um fliegbare Bedingungen zu finden, fahren wir Richtung Norden zu den bisherigen Fluggebieten. Die Ostküste ab dem Ort Tanjungluar bis Labuan Lombok ist unspektakulär – sprich nicht unbedingt schön. In Labuan Haji direkt neben der Straße ist ein riesiges Fußballfeld direkt am Steilstrand als idealer Startplatz. Der Wind ist moderat, sprich es wäre fliegbar, abder da die Küste nicht viel hergibt, fahren wir weiter Richtung Norden. In Labuhan Lombok weht der Wind dann wieder viel zu stark und auch weiter nördlich legt der Wind sogar noch zu. So sind wir also fast den ganzen Tag im Auto gesessen und haben unsere Knochen durch die vielen Schlagklöcher ordentlich malträtieren lassen. Gegen 17.00 Uhr sind wir zurück im Hotel und ich sage Ram, daß ich morgen einen Relax-Tag einlege und somit auf seine Dienste verzichte.
09.09.2007: Um 7.00 Uhr mal sehr wenig Wind. Hinter dem Hotel befindet sich ein großzügig bepflanzter Palmenhain mit Grasbewuchs. Dort habe ich den Schirm testweise rückwärts aufgezogen, ob fliegbare Bedingungen oder nicht. Leider wurde der Wind mit der Zeit immer böiger und so genoß ich den Tag am Strand. Am Nachmittag gegen 16.30 Uhr hatte der Wind dann soweit nachgelassen, daß ein Flug möglich gewesen wäre. Aber da sich mein Zimmer sich im 3. Stock des Hauptgebäudes befindet, ist mir der Aufwand zu groß. Habe dann nur den Schirm gesäubert und für den morgigen Rückflug ordentlich zusammengefaltet. Am Abend dann Motorwäsche und packen.
10.09.2007: Nach 90 Minuten Fahrt von Kuta zum Flughafen, Abflug von Lombok um 10.20 Uhr mit Merpati-Air nach Bali.
11.09.2007: Für die letzten beiden Tage habe ich mich im Hotel Resor Seminyak eingebucht. Das Hotel liegt am Ende des Strandes von Seminyak. Am Morgen otpimaler Wind von vorne. Aber auch hier ist der Strand zu schmal für einen Start und dazu wieder von Urlauber bevölkert, aber lange nicht so viele wie in Legian Beach. Da der Motor verpackt und gesäubert ist, verzichte ich auf einen Flug und verbringe den letzten Urlaubstag am Swimming-Pool. Am Nachmittag habe ich dann einen Strandspaziergang unternommen und etwa 400 Meter weiter westlich direkt vor dem Restaurant "La Lucciola" einen optimalen Startplatz mit Rasenfläche gefunden. Direkt daneben befindet sich ein großer Tempel mit Parkplatz, welcher sehr stark von Einheimischen frequentiert wird. Hier sind dann auch die Hotels zu Ende und man ist fast alleine am Strand.
12.09.2007: Rückflug um 19.00 Uhr über Kuala Lumpur nach Frankfurt mit Ankunft am nächsten Morgen um 06.40 Uhr. Wegen dem vielen Gepäck gibt es beim einchecken wieder die üblichen Diskussionen.